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Kredit Kredite

Kredite für Studenten

Wer studiert, muss folgende Frage beantworten: Wie finanziere ich mein Studium? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Studentenkredit ist die letzte Option. Der Grund sind die Zinsen.

Unabhängig vom Anbieter muss der Kreditnehmer stets mehr Geld zurückbezahlen, als er erhalten hat.

Also starten die Überlegungen mit der Prüfung günstigerer Finanzierungsvarianten. Diese sind: Stipendium, Familie und Hilfe gemäß Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG).

Stipendium

Grundsätzlich kann jeder Student ein Stipendium ergattern. Oft ist es zinslos. Allerdings verlangen die Geldgeber häufig exzellente Noten oder ehrenamtliches Engagement. Andere fördern nur bestimmte Zielgruppen.

Auf jeden Fall lohnt eine Recherche auf stipendienlotse.de. Das Portal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung informiert über die Programme unterschiedlicher Förderer.

BAföG

Beim BAföG ist die Hälfte der Förderung ein Geschenk und der Rest ein günstiges Darlehen.

Der Haken: Die Förderung ist nicht hoch. Daran hat auch die Anhebung auf maximal 861 Euro pro Monat nicht viel geändert.

Zudem hängt die Hilfe vom Einkommen der Eltern sowie des Ehepartners ab. Nur jeder fünfte Student erhielt bisher BAföG.

In der aktuellen Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber die Fördervoraussetzungen gelockert. Dies war notwendig, weil sich die Einkommenssituation vieler Eltern aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitsplatzverlust teilweise dramatisch verschlechtert hat.

Nebenjob

Auch ein Nebenjob kann sinnvoll sein – allein schon, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Mitunter ersetzt er ein für das Studium vorgeschriebenes Praktikum.

Nebenjobs finden Studenten über Jobbörsen der Universitäten, über die Bundesagentur für Arbeit sowie über Stellenportale im Netz. Das Problem hier: In der Corona-Pandemie brechen studentische Nebenjobs weg.

Tipp: Ein Studienkredit ist die letzte Finanzierungsoption. Daher sollte er möglichst nicht für die gesamte Studiendauer genutzt werden, sondern nur für ein paar Semester oder den Abschluss.

Eine umfassende Beratung bietet das jeweils zuständige Studentenwerk.

Ist ein Studentenkredit nun das Mittel der Wahl, um das Studium komplett zu finanzieren, weiterzuführen oder erfolgreich zum Abschluss zu bringen? Wenn ja: Welcher Studienkredit empfiehlt sich?

Studienkredit

Ein Studienkredit unterscheidet sich von den üblichen Ratenkrediten: Der Kreditbetrag wird nicht in einer Summe zu Laufzeitbeginn ausgezahlt, sondern in monatlichen Teilbeträgen.

Die ausgezahlte Summe steigt also mit der Zeit – und damit in der Regel auch die Zinsbelastung. Rückzahlungen sind zunächst nicht notwendig.

Während der Kreditlaufzeit müssen Kreditnehmer Studiennachweise vorlegen. Spätestens mit Abschluss des Studiums enden die Auszahlungen. Es folgt eine Ruhephase, in der die Kreditnehmer weiterhin nur die Zinsen zahlen.

Meist gewähren die Anbieter mehrere Monate oder sogar zwei Jahre Tilgungsaufschub. Während dieser Phase sollte der Absolvent einen Job finden, um dann mit seinem Gehalt die Kreditschuld tilgen zu können.

Sofern eine Rückzahlung auf einen Schlag ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich ist, sollten Kreditnehmer dies tun. Spätestens nach einer vorgegebenen Frist muss der Kredit komplett getilgt sein.

Tipp: Bei der Suche nach dem passenden Studienkredit können einschlägige Finanz-Vergleichsportale wie Smava oder Finanzcheck weiterhelfen – hier ist ein übersichtlicher Vergleich aktueller Zinsen möglich.

Typen von Studienkrediten

Das gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) unterscheidet vier Grundtypen von Studienkrediten. In der Klammer hinter dem jeweiligen Typ sind die wichtigsten Anbieter genannt:

  • Angebote zur Finanzierung des gesamten Studiums
    (z. B. besonders günstiger KfW Studienkredit)
  • Überbrückungs- und Abschlussfinanzierungskredite
    (z. B. besonders günstiger Bildungskredit vom Bundesverwaltungsamt sowie Studentenwerk und E. W. Kuhlmann-Stiftung)
  • Hochschulspezifische Angebote
    (zielen meist auf die Finanzierung der Studiengebühren an privaten Hochschulen; Höhe der Rückzahlung abhängig vom Einkommen nach dem Studium)
  • Spezialfall: Bildungsfonds
    (z. B. Brain Capital, Deutsche Bildung: kein klassischer Kredit, sondern Geld aus einem Fonds, Höhe der Rückzahlung abhängig vom Einkommen nach dem Studium)

KfW-Studienkredit

Es gibt nur einen Anbieter, der bundesweit unabhängig vom Studiengang das ganze Studium finanziert: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit ihrem KfW-Studienkredit.

Die KfW fördert Erst-, Zweit-, Zusatz- und Aufbaustudien für maximal 14 Semester und eine Promotion für höchstens sechs Semester.

Von der Förderung ausgenommen sind Studiengänge an Berufsakademien und Studiengänge, die komplett im Ausland absolviert werden.

Der Antragsteller muss zwischen 18 und 44 Jahre alt und an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein. Mit einem Online-Vorab-Check kann man prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Das dürfte oft der Fall sein, denn die Förderung ist unabhängig vom Einkommen. Sicherheiten verlangt die KfW nicht.

Bei der staatlichen Bank bekommen Studenten für eine vereinbarte Anzahl an Semestern monatlich zwischen 100 und 650 Euro ausbezahlt, also maximal 54.600 Euro (650 Euro mal 14 Semester mal sechs Monate).

Die Auszahlungsrate ist zu Vertragsbeginn frei wählbar. Anschließend kann sie zweimal im Jahr angepasst werden. Die fälligen Zinsen zieht die KfW direkt von der monatlichen Überweisung ab.

KonditionDetail
max. monatliche Auszahlung650 €
max. Auszahlungszeit14 Semester
Zinsen Auszahlungsphase4,36 % (variabel) / 0 % bis 31.März 2021
Zinsen Rückzahlungsphase4,36 % (variabel) / 0 % bis 31.März 2021
Altersgrenze44 Jahre
Sondertilgung möglichJa

Weil mit der ausgezahlten Summe die Zinsbelastung steigt, erhält ein Student immer weniger auf sein Konto – im ersten Monat also zum Beispiel 400 Euro und in Monat 24 nur noch 369 Euro.

Erst mit dem ersten Leistungsnachweis (Zwischenprüfung, Vordiplom, Nachweis von 90 ECTS-Punkten) können Studierende einen Zinsaufschub beantragen.

Standardmäßig bietet die KfW einen variablen Zins, der sich am Euribor orientiert und zum 1. April und 1. Oktober jeweils für ein halbes Jahr festgelegt wird.

Zum Euribor leihen sich Geschäftsbanken untereinander für ein bis sechs Monat Geld. Die KfW erhebt hierauf einen Aufschlag. Wie bei jedem Kredit hängt die Effektivzinsbelastung des KfW Studienkredits von der Ausgestaltung ab.

Das CHE nennt in ihrem „Studienkredit-Test 2020“, der in Kooperation mit dem Handelsblatt erschienen ist, beispielhaft einen Effektivzins von 4,16 Prozent pro Jahr.

Die Modellannahmen dahinter: monatlicher Kreditbetrag 500 Euro, Auszahlungsphase 30 Monate, Ruhephase 20 Monate, Rückzahlungsphase 120 Monate und die Option des Zinsaufschubs wird nicht gewählt. Zudem berücksichtigt ist der vorübergehende Zinssatz von 0 Prozent.

Er gilt wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. März 2021 für alle Auszahlungen aus dem Kredit. Ohne diese Nullzinsphase läge der Effektivzins bei 4,36 Prozent.

Sollzins Effektivzins
4,08 % p. a.4,16 % p. a.*
*Effektivzins kann abweichen, wenn eine andere Kreditvariante gewählt wurde.

Statt eines variablen Zinses können Kreditnehmer mit der KfW auch einen festen Zins vereinbaren. Dieser ändert sich während der Laufzeit nicht. Das kann vorteilhaft oder nachteilig sein.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist die Wahrscheinlichkeit auf ein steigendes Zinsniveau größer. Käme es tatsächlich dazu, wäre ein fester Zins jetzt vorteilhaft. Wissen kann man das nicht. Die Entscheidung ob variabel oder fest muss jeder Kreditnehmer selbst abwägen.

Umstellung auf Festzins auch während Rückzahlung möglich

Die KfW ist hier zumindest etwas flexibel: Die Umstellung auf Festzins ist kostenfrei und geht auch noch während der Rückzahlung. Der Festzins gilt für maximal zehn Jahre. In dieser Zeit können Kreditnehmer nicht mehr zurück zum variablen Zins.

Ist der komplette Kreditbetrag ausgezahlt, beginnt sechs Monate später die Rückzahlungsphase. Kreditnehmer können Rückzahlungen bis zu 23 Monate aufschieben. Zinsen fallen während dieser Zeit dennoch an.

Standard-Tilgungsplan: 10 Jahre

Fünf Monate vor Beginn der Rückzahlungsphase erhält der Kreditnehmer von der KfW einen Standard-Tilgungsplan für zehn Jahre. Der Kreditnehmer kann den Plan annehmen oder nach seinem Bedarf anpassen.

Spätestens nach 25 Jahren muss der Kredit zurückbezahlt sein. Bei der Entscheidung mitunter hilfreich ist der KfW-Tilgungsrechner.

Tipp: Zinsen werden immer auf den noch nicht zurückgezahlten Betrag berechnet. Schnell tilgen lohnt sich also, zumal bei der KfW Sondertilgungen kostenlos möglich sind.

Ein Zinsaufschub sollte möglichst vermieden werden. Auch er verteuert den Kredit.

Überbrückungs- und Abschlussfinanzierungskredite

Während der KfW-Studienkredit auch die Finanzierung des gesamten Studiums ermöglicht, zielen andere Studienkredite nur auf die Deckung des Geldbedarfs weniger Semester.

Noch relativ weit verbreitet ist der Bildungskredit der Bundesverwaltung – also ebenfalls ein staatlicher Anbieter. Studenten erhalten maximal zwei Jahre lang bis zu 300 Euro im Monat. Auch eine Einmalzahlung von bis zu 3.600 Euro ist möglich.

KonditionDetail
Kreditvolumen1.000 EUR bis zu 7.200 EUR
ZinssatzSehr günstiger Zinssatz durch Bundesgarantie in Höhe von 0,52 % effektiver Jahreszins, der Sollzins beträgt 0,52 %(Stand 01.10.2020)
Monatliche RückzahlungsrateWahlweise bis zu 24 Monatsraten in Höhe von 100 EUR, 200 EUR oder 300 EUR
Sondertilgung möglichJa

Der Zinssatz ist variabel und orientiert sich – wie der KfW Studienkredit – am Euribor. Laut CHE Studienkredit-Test 2020 zahlen Studenten aktuell effektiv 0,72 Prozent pro Jahr.

Stiftungen, Studentenwerke, Darlehenskassen

Darüber hinaus vergeben die bundesweit tätige E. W. Kuhlmann-Stiftung, einige Studentenwerke, Studierendenwerke, Darlehenskassen sowie die Sparkasse Herford und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank Kredite an Studenten. Die Darlehen sind oft zinsfrei. Damit sind sie die günstigste Variante.

Das CHE weist ausdrücklich darauf hin, dass es nicht den einen empfehlenswerten Studienkredit gibt. Jedes Angebot hat für seine Zielgruppe unterschiedliche Vor- und Nachteile. Einen Überblick bietet der erwähnte CHE Studienkredit-Test 2020.

Tipp: Zinsen und Gebühren für einen Studienkredit können später als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Bildungsfonds

Die staatlichen Studienkredite dominieren den Markt. KfW und Bundesverwaltungsamt kommen zusammen auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren ist das Interesse an Bildungsfonds aber deutlich gestiegen, so dass sie an dieser Stelle kurz besprochen werden.

Bedeutende Anbieter sind Brain Capital und Deutsche Bildung. Sie fördern ausgewählte Studenten mit dem Geld von Kapitalanlegern. Antragsteller müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen.

Die Kreditraten werden ohne Abzug monatlich voll ausgezahlt. Auch in der Ruhe- oder Karenzphase zahlen die Kreditnehmer nichts.

Ohnehin gibt es keine klassische Tilgung und keine Zinszahlungen. Stattdessen orientiert sich die Rückzahlung am erwarteten späteren Bruttoeinkommen.

Oft verlangen die Fonds monatlich zwei bis zehn Prozent des Gehalts. Wer viel verdient, zahlt viel zurück – und umgekehrt. Bei zu geringem Einkommen wird die Rückzahlung aufgeschoben oder entfällt sogar.

Tipp: Wer das Auswahlverfahren eines Bildungsfonds besteht, hat vermutlich auch gute Chancen auf ein Stipendium. Das wäre finanziell gesehen die vorteilhaftere Variante.