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Private Krankenversicherung

Was darf eine private Krankenversicherung kosten?

Ein Wechsel in das private Krankenversicherungssystem scheint für viele Menschen attraktiv. Im finanziellen Sinne sinnvoll ist er aber nicht in allen Fällen.

Eine langfristige Entscheidung für ein Versicherungssystem bringt langfristige Kosten mit sich, die der Versicherte kalkulieren muss.

Nach Franke und Bornbergs Test privater Versicherungen liegt der günstigste Topschutz bei 498,67 Euro pro Monat inklusive Selbstbeteiligung. Er wird von Provinzial angeboten.

Den teuersten Topschutz bietet die Allianz mit einem Monatsbeitrag von 724,65 Euro inklusive Selbstbeteiligung.

Gesellschaft/TarifPunkteNote
Hallesche
NK.Bonus, URZ, PVN
95Sehr gut
ARAG
MedBest, PVN
95Sehr gut
Deutscher Ring (Signal Iduna)
Comfort+, PIT, PVN
88Sehr gut
Süddeutsche
AM12, S1, Z8, PVN
86Sehr gut
Universa
uni-A80, uni-ST Stufe 1/100,
uni-ZA 80, uni-KU/100, PVN
83Sehr gut
R+V
AGIL premium U, PVN
82Sehr gut
AXA
Vital300-U, Prem Zahn-U,
KHT-U/50, PVN 1)
81Sehr gut
Hanse Merkur
AZP, EGO, PS3, PSV, PVN
81Sehr gut
Debeka
N, NC , PVN
80Sehr gut
Signal Iduna
EXKLUSIV-PLUS1,
KurPlus/100, PVN
78Gut
DKV
BMK1, BMZ1, PVN
77Gut
Barmenia
einsA expert2+, PVN
75Gut
HUK
Komfort 2, PVN
74Gut
Alte Oldenburger
A 80/100, K 20, K/S,
Z 100/80, KUR/100, PVN
74Gut
Allianz
AktiMed Best 90 (AMB90U),

PVN
74Gut
Nürnberger
TOP6, S1, ZZ20, PVN
73Gut

Beiträge sind abhängig von der Berufsgruppe

Arbeitnehmer

Erst ab Erreichen der Jahresarbeitsentgeldgrenze von 62.550 Euro können Angestellte in das private System wechseln. Der Arbeitgeber zahlt im Falle einer privaten Versicherung einen Versicherungszuschuss von mindestens 50 Prozent.

Er wird in der Regel mit dem Lohn auf das Konto des Arbeitnehmers ausgezahlt: Der maximale Zuschuss liegt 2020 bei 367,97 Euro pro Monat.

Beamte

Beamte und Beamtenanwärter wählen zwischen der gesetzlichen und der privaten Versicherung. Finanziell attraktiver ist zumeist die Private, denn der Dienstherr zahlt eine Beihilfe von mindestens 50 Prozent.

Die Versicherten müssen nur eine Restkostenversicherung abschließen, deren Beiträge deutlich unter den Beiträgen für eine Krankenvollversicherung liegen. Außerdem bietet das gesicherte Einkommen durch den Beamtenstatus finanzielle Sicherheit – auch bei Beitragsschwankungen.

Selbstständige

Je höher der Verdienst, desto höher sind die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse. Der Höchstbetrag für Selbstständige mit Anspruch auf Krankentagegeld liegt aktuell bei 684,38 Euro.

Zusätzlich können gesetzliche Krankenkassen ihren Mitgliedern unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge berechnen. Deshalb ist die private Krankenversicherung für höher verdienende Selbstständige oft rentabler. Dort sind die Beiträge nicht an Verdienst sondern an Leistungen geknüpft.

Die Kosten für Selbstständige können sich je nach Leistungsumfang und persönlichen Voraussetzungen zwischen 490 Euro und 750 Euro monatlich belaufen.

Freiberufler fallen unter Umständen unter die Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse (KSK). Sie müssen sich gesetzlich versichern, damit sie Anspruch auf einen 50 prozentigen Versicherungszuschuss durch die KSK haben.

Beispielkosten-Vergleich der best bewerteten Tarife nach Berufsgruppe

BerufsgruppeVersicherungsanbieter/Tarif Kosten
BeamteDebeka
B30, B20K, WL30, WL20K, BC, PVB
265,38 €
Selbstständige Hallesche
Topschutz NK.Bonus, URZ, PVN
606,87 €
AngestellteHallesche
TopschutzNK.Bonus, URZ, PVN
606, 87 € – 50 %
Arbeitgeberzuschuss

= 303,44 €
Quelle: Franke und Bornberg, Musterfall 30 Jahre für Beihilfeberechtigung / 35 Jahre Vollversicherung.

Weitere Kostenfaktoren

Nicht nur die Berufsgruppe und die gewünschten Leistungen haben Einfluss auf die monatlichen Kosten einer privaten Versicherung. Auch das Alter bei Eintritt in die Versicherung und der Gesundheitszustand beeinflussen die Beiträge.

Das Versicherungsunternehmen möchte sicherstellen, dass der Antragsteller gesund ist. Je höher das Krankheitsrisiko ist, desto höher sind demnach die Beiträge. Die Versicherung sichert sich im Zahlungsfall so ausreichend ab.

Beitragsentwicklung: Warum steigen die Kosten einer Versicherung?

Mit fortschreitendem Alter erhöht sich das Krankheitsrisiko. Die Behauptung, die private Versicherung sei im Alter nicht bezahlbar, konnte 2017 mithilfe einer IGES-Studie widerlegt werden: Die Beiträge im Alter entwickeln sich nicht höher als die Durchschnittsbeiträge der 60-jährigen.

Altersrückstellungen

Seit dem 01. Januar 2000 muss außerdem jedem privaten Krankenversicherungsvertrag 10 % auf den Monatsbeitrag aufgeschlagen werden. Daraus ergeben sich die sogenannten Altersrückstellungen. Der Versicherte sammelt sie zwischen dem 22. und 61. Lebensjahr.

Ab dem 62. Lebensjahr werden diese “Zusatzzahlungen” eingesetzt, um die Beiträge trotz höherem Risiko zu stabilisieren. Die rechtliche Grundlage dazu findet sich in §12 des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Kalkulationsverordnung (KalV).

Für weitere Beitragssteigerungen in beiden Versicherungssystemen sorgen die allgemeine Ausgabensteigerung im Gesundheitswesen, der medizinische Fortschritt und die älter werdende Gesellschaft.

Beitragsanpassungen in der privaten Versicherung sind aber nur dann erlaubt, wenn die Versicherungsleistungen des Einzelnen nachweislich um mehr als 10 Prozent über den ursprünglich kalkulierten Beiträgen liegen.

Wird die 10 Prozent-Grenze nicht überschritten, bleiben die Beiträge stabil. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse dürfen vertraglich garantierte private Leistungen in keinem Fall gekürzt werden.

Kosten aktiv senken: Leistungen streichen und Tarifwechsel

Einige umfangreiche Tarife bieten Leistungen an, die Versicherte nicht in Anspruch nehmen. Diese Leistungen kann man in manchen Fällen streichen. Das kann zum Beispiel ein weltweiter Geltungsbereich der Versicherung sein. Ein Versicherter, der nicht reist, könnte auf diese Leistung womöglich verzichten.

Aber Vorsicht: Soll der Leistungsumfang im Nachhinein wieder aufgestockt werden, können erneute Risikoprüfungen anfallen.

Gleiches gilt für einen Tarifwechsel zwischen verschiedenen Anbietern. Nur wenn der Versicherte zu einem Tarif vom gleichen Anbieter wechselt, fällt die erneute Prüfung weg und gesammelte Altersrückstellungen bleiben erhalten.

Standard- und Basistarif

Bei finanziellen Engpässen bietet der Wechsel zu Standardtarifen privater Versicherer die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Krankenkasse. Auch die Kosten dürfen die der gesetzlichen Kasse nicht übersteigen.

Für diesen Tarifwechsel muss der Versicherte über 64 Jahre alt sein und vor 2009 in die private Versicherung gewechselt haben. Ansonsten gibt es ab einem Alter von 55 Jahren die Möglichkeit, den Basistarif zu beanspruchen. Dabei können aber keine Zusatzversicherungen abgeschlossen werden.

Selbstbeteiligung

Bei Versicherungsabschluss kann eine Selbstbeteiligung vereinbart werden. Das umfasst einen festgelegten Betrag an Krankheitskosten, den der Versicherte jedes Jahr selbst übernimmt. Je höher er ausfällt, desto niedriger fallen die monatlichen Raten aus.

Fallen wenig Krankheitskosten an, wird hier gespart.

Zuschüsse

Nicht nur Arbeitnehmer und Beamte erhalten Zuschüsse zu einer privaten Versicherung. Personen, die eine gesetzliche Rente beziehen, haben ähnliche Ansprüche.

Dabei können 7,3 Prozent der gesetzlichen Rente als Zuschuss ausgezahlt, höchstens aber 50 Prozent des zu zahlenden Versicherungsbeitrags erstattet werden.

Tipp: Manche Anbieter zahlen Gesundheitsboni oder Rückerstattungen, insofern innerhalb eines bestimmten Zeitraums keine Versicherungsleistungen in Anspruch genommen werden.

Wann muss ich in Vorkasse treten?

Bei ambulanten Behandlungen müssen Privatversicherte grundsätzlich in Vorkasse treten. Von Ärzten und Heilpraktikern erhält der Patient eine Rechnung, die er innerhalb eines bestimmten Zeitraums begleichen muss.

Schickt er die Rechnung umgehend an die Versicherung, leistet sie womöglich bereits eine Rückerstattung bevor er die Rechnung bezahlt. Darauf sollte man sich aber nicht immer verlassen.

Auch Zahlungen in der Apotheke müssen zuerst vom Versicherten selbst übernommen werden. Hier greifen die tariflichen Regelungen für die Kostenerstattung bei Medikamenten.

Bei sehr teuren Medikamenten ist es sinnvoll, die Kostenübernahme vorab bei der Versicherung zu garantieren.

Stationäre Aufenthalte rechnet die Klinik auf direktem Weg mit der Versicherung ab.

Wo liegen die Kosten? 

Die Beiträge zu einer privaten Versicherung setzen sich aus vielen individuellen Faktoren zusammen. Zu beachten sind dabei:

  • die Berufsgruppe
  • der Gesundheitszustand
  • das Alter
  • die Selbstbeteiligung
  • die gewünschten Leistungen

Durch die Beihilfe ist die private Versicherung für Beamte günstig. Für einen sehr gut bewerteten Tarif zahlt ein 30-jähriger Beamter bei Debeka 265,38 Euro im Monat.

Arbeitnehmer profitieren von Arbeitgeberzuschüssen. Die einkommensabhängigen Beiträge der gesetzlichen Krankenkasse können aber in manchen Fällen günstiger als die der privaten Versicherungen sein.

Selbstständige mit hohem Einkommen zahlen für eine private Versicherung meist niedrigere Beiträge als für die gesetzliche Krankenkasse.

Der sehr gut bewertete private Versicherungstarif der Hallesche Krankenversicherung liegt für einen 30-jährigen Selbstständigen 77 Euro unter dem monatlichen Höchstbetrag für die gesetzliche Krankenkasse.