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Robo Advisor

Robo-Advisor – Digitale Vermögensverwalter im Vergleich

Einige Menschen haben keine Zeit oder Lust, sich mit ihrer Geldanlage zu beschäftigen. Anderen fehlt das notwendige Finanzwissen.

In diesen Fällen hilft Kollege Roboter. Sogenannte Robo-Advisor übernehmen gemäß den Vorgaben des einzelnen Anlegers den langfristigen Vermögensaufbau.

Das geht ganz einfach über das Internet: In Deutschland bieten rund 30 dieser digitalen Vermögensverwalter ihre Dienste an.

Die ersten sind 2013 als Fintech gestartet, später folgten Angebote von Banken. Andere Robo-Advisor kooperieren mit Versicherern. Alle versuchen, möglichst viele Kundengelder zu verwalten, damit sich ihr Geschäftsmodell rechnet.

Drei günstige Robo-Advisor im Vergleich

Die Tabelle zeigt drei beliebte Robo-Advisor: Quirion, VTB Invest und Growney. Sie sind relativ günstig und beschränken sich auf zwei Anlageklassen sowie aufs Rebalancing.

Je nach Risikoprofil und persönlichen Angaben des Anlegers wählen die Robos aus mehreren Portfolios eines als Anlageempfehlung aus. Dabei kann es durchaus zu Unterschieden kommen.

QuirionGrowneyVTB Invest
Depot­führung0,00 €0,00 €0,00 €
Service­gebühr
(p. a.)
0,48 %0,39 %: ≥ 50.000 €

0,69 %: < 50.000 €
0,75 %: bis 9.999,99 €

0,70 %: ab 10.000 €

0,60 %: ab 50.000 €

0,50 %: ab 100.000 €
Performance­gebühr
Rebalancing
Mindest­anlage1.000 €500 €500 €
Eingesetzte
Anlage­klassen
Aktien
Anleihen
Liquidität
ETFsAktien
Anleihen
Liquidität
Eingesetzte
Produkt­typen
7 – 186 – 85 – 10
Musterkunde
10.000 €48 €69 €70 €
100.000 €480 €390 €500 €
250.000 €1.200 €975 €1.250 €
Webseitequirion.degrowney.devtbdirekt.de

So funktioniert ein Robo-Advisor

Über die Website des Anbieters können Anleger den digitalen Helfer beauftragen. Das Algorithmen-basierte System gibt dann eine konkrete Anlageempfehlung und setzt diese auch um. Zuvor muss der Nutzer ein paar Fragen zu seinem Risikoprofil beantworten.

Zum Beispiel braucht der Robo-Advisor Angaben zum Vermögen, der Berufserfahrung, der gewünschten Anlagedauer und dem Nervenkostüm.

Letzteres zielt auf ihre Fähigkeit und Bereitschaft, auch mal eine Verlustphase durchzustehen. Denn ein (zwischenzeitliches) Minus ist immer möglich – auch wenn ein Computerprogramm das Geld standardisiert nach vorgegebenen Algorithmen anlegt.

Ermittlung des Risikoprofils ist Pflicht

Die Ermittlung des Risikoprofils ist den Anbietern gesetzlich vorgeschrieben. Denn letztlich soll das Wertpapierdepot zu den Bedürfnissen und Zielen des einzelnen Anlegers passen.

Unterschiede gibt es allerdings bei der Ausgestaltung und Anzahl der Fragen sowie der visuellen Darstellung.

Sind die Fragen beantwortet, unterbreitet der Robo-Advisor einen Vorschlag, auf welche Vermögensklassen die Software die Anlagesumme aufteilen würde – also zum Beispiel auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien.

Auch eine Renditeprognose findet sich bei den meisten Robo-Advisors – alles grafisch mehr oder weniger hübsch aufbereitet.

Auch monatliches Sparen möglich

Anstelle eines Einmalbetrags können Anleger bei den meisten Robos auch monatlich einen festen Betrag anlegen. Bis hierhin sind alle Eingaben anonym. Nur einige Anbieter verlangen in diesem frühen Stadium eine E-Mail-Adresse.

Tipp: Anleger können sich probehalber Depotvorschläge von Robo-Advisors machen lassen. So bekommen sie ein Gefühl dafür, welches Angebot am besten zu ihnen passt.

Erst für den konkreten Antrag und den Vertrag benötigt der Anbieter den Namen und die Adresse des Nutzers. Die Identifizierung erfolgt via Video- oder Post-Ident-Verfahren. Jeder Robo-Advisor arbeitet mit einer depotführenden Stelle zusammen.

Auf doppelte Depotkosten achten

Besitzt ein Anleger bereits ein Depot bei einer anderen Bank, fallen doppelte Depotkosten an. Aber: Falls er mit seinem digitalen Helfer zufrieden ist, kann er das alte Depot auf das neue übertragen.

Das geht heute einfach und kostenlos. Für Ein- und Auszahlungen auf das Depot benötigt der Robo-Anleger ein Referenzkonto – zum Beispiel ein Girokonto.

Wie Anleger den passenden Robo-Advisor finden

Die einzelnen Robo-Advisor unterscheiden sich – von technischen Raffinessen einmal abgesehen – vor allem in den Kosten, den zur Verfügung stehenden Anlageklassen und ihrem Ansatz bei der Steuerung des Vermögens.

Investments in ETFs

Alle Robos investieren in ETFs – einige sogar ausschließlich. Börsengehandelte Indexfonds verzichten auf Fondsmanager aus Fleisch und Blut und bilden ein Börsenbarometer wie MSCI World Index ab. Diesen Kostenvorteil geben die Robo-Advisor an ihre Kunden weiter.

Zusätzlich zu den Fondsgebühren verlangen die Anbieter eine Servicentgelt. Die Höhe der Gesamtgebühr wirkt sich natürlich negativ auf die Rendite der Geldanlage aus.

Tipp: Die Gesamtgebühr eines Robo-Advisors sollte nicht mehr als ein Prozent der Anlagesumme pro Jahr betragen.

Für Privatanleger gilt: Eine Geldanlage sollte nicht zu kompliziert sein. Auch einige Robo-Adviser folgen dieser Regel bei den Anlageklassen, die sie zur Verfügung stellen.

Zum Beispiel investieren Growney, Quirion und VTB Invest nur in weltweit anlegende Aktienfonds und mischen – je nach Risikoprofil des Anlegers – mehr oder weniger Anleihen bei. Alternative Kategorien wie Rohstoffe, Immobilien und privates Beteiligungskapital (Private Equity) bleiben außen vor.

Andere Robos investieren auch in diese Anlagevehikel. In der Regel wollen sie damit die Renditeschwankungen des Portfolios glätten. Das lässt sich aber auch mit Anleihen-ETFs realisieren.

Zusätzliche Assets verursachen in der Regel auch zusätzliche Kosten. Mitunter wird ein Depot dadurch defensiver ausgerichtet, als es für den langfristigen Vermögensaufbau sein müsste.

Tipp: Wem eine einfache Geldanlage wichtig ist, wird eher bei Robo-Advisor mit nur zwei Anlageklassen – Aktien und Anleihen – fündig.

Es gibt aktive und passive Robo-Advisor

Und schließlich unterscheidet man die digitalen Helfer nach ihrem Ansatz bei der Steuerung des Vermögens in aktive und passive Robo-Advisor. Aktive Roboter schichten das Vermögen des jeweiligen Kunden je nach Börsenlage laufend zwischen Fonds um.

Ziel der Aktion: Verluste sollen zum Beispiel mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Wert nicht übersteigen. Droht in diesem Sinne Gefahr, steuert ein Algorithmus aktiv gegen. Dafür braucht es Annahmen über die Verteilung und Wechselbeziehung von Risiken.

Risikomaß: Value at Risk

Das Portfolio wird dann über das Risikomaß Value at Risk gesteuert. Das notwendige Wissen kauft der Robo-Advisor ein oder erhält es von seiner Muttergesellschaft, die oft eine Bank ist. Von außen und damit auch für den Anleger ist das Geschehen wenig transparent.

Im Unterschied dazu treten passive Robo-Advisor geradezu bescheiden auf. Ihr Ziel ist es, die ermittelte Vermögensaufteilung beizubehalten. In der Regel schichten sie Fondsanteile nur wenige Male im Jahr um, so dass die anfängliche Gewichtung der Anlageklassen wiederhergestellt wird.

Rebalancing hält gewählte Gewichtung

So ein Rebalancing ist zum Beispiel notwendig, wenn Aktienindizes über längere Zeit stark gestiegen sind und entsprechende Aktien-ETFs im Portfolio einen deutlich höheren Vermögensanteil erreicht haben, beispielsweise 85 Prozent statt der ursprünglich als bedarfsgerecht ermittelten 70 Prozent.

Insgesamt ist die Umsetzung einer Anlageempfehlung durch passive Robos für Privatanleger nachvollziehbarer.

Die größten Robo-Advisor

Der größte aktive Robo-Advisor ist Scalable Capital. Nach Angaben des Unternehmens verwaltet es rund 2 Milliarden Euro Kundengelder.

Weitere aktive Robos sind die Commerzbank-Tochter Cominvest mit 700 Millionen Euro betreutem Vermögen, Liqid, wo Kunden mindestens 100.000 Euro mitbringen müssen bevor der Anlageroboter tätig wird sowie Whitebox, das von den beiden Frauen Salome Preiswert und Birte Rothkopf gegründet wurde und geführt wird.

Scalable Capital
  • 23 Risikostufen
  • Mindestanlage 10.000 €
  • 0,90 % Gesamtgebühren pro Jahr
  • Kooperation mit Baader Bank AG & ING-DiBa AG
Whitebox Robo Advisor
  • 10 Risikoklassen
  • Mindesteinlage 5.000 €
  • Depotführung: 0 € (Flatex)
  • Jahresgebühr: 0,93 % – 0,34 %

Whitebox selbst bezeichnet sich auf einer unternehmenseigenen Website als „Renditeprimus“. Die eigenen Portfolios seien seit Start im Januar 2016 „über alle Risikostufen hinweg besser als die jeweilige Vergleichsgruppe“.

Das Geld der Anleger fließt in viele Anlageklassen, darunter auch inflationsindexierte Anleihen und Gold.

Quirion Robo-Advisor
  • Seit 2015 am Markt
  • Regulierung durch BaFin
  • 10 Anlagestrategien
  • Mindesteinlage 1.000 €
  • Depotführung 0 €

Ein Test mit dem Profil eines risikobewussten Beispielkunden ergab bei Quirion eine Aufteilung von 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Zum Zuge kamen überwiegend ETFs, aber auch ein Anteil von 7 Prozent aktiv gemanagten Aktienfonds.

growney
  • Seit 2016 am Markt
  • Regulierung durch BaFin
  • Mindesteinlage 500 €
  • Depotführung 0 €

Growney wiederum bietet für die Beantwortung der Fragen Bandbreiten an, zum Beispiel beim „monatlich frei verfügbaren Einkommen“ unter anderem die Spannen „250 bis 500 Euro“ und „500 bis 750 Euro“. Das kann bei dem gleichen risikobewussten Beispielkunden zu einem anderen Ergebnis führen.

Wählt der Anleger bei dem Grenzwert 500 Euro die untere Spanne, besteht sein Portfolio aus 50 Aktien und 50 Anleihen. Wählt er die obere Bandbreite startet er mit 70 Aktien und 30 Anleihen. Dabei setzt Growney stets nur auf ETFs.

Robo-Advisor: Helfer für bequemen, langfristigen Vermögensaufbau

Das Beispiel zeigt, dass hinter den digitalen Vermögensverwaltern am Ende auch nur eine Software steht, die von Menschen programmiert werden muss.

Der größte Vorteil der digitalen Helfer ist, dass sie Menschen einen Weg für den langfristigen Vermögensaufbau ebnen, die keine Zeit oder Lust haben, sich mit Geldanlage zu beschäftigen. Das kostet natürlich Geld, dafür haben es Anleger bequem.