Wirtschaft, Handel & Finanzen Aktien Europa: Handelskonflikt schickt Kurse auf Talfahrt

Der ausufernde Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Anleger an Europas Aktienmärkten verschreckt. Die wichtigsten Indizes büßten am Mittwoch mehr als 1 Prozent ein.
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  • dpa

Der EuroStoxx 50 stoppte seine Serie von zuletzt sechs Gewinntagen in Folge und fiel um 1,13 Prozent auf 3433,92 Punkte. In Paris ging es für den CAC-40 um 1,14 Prozent auf 5372,68 Punkte nach unten und in London sackte der FTSE 100 um 1,40 Prozent auf 7584,28 Punkte ab.

US-Präsident Donald Trump setzt auf eine weitere Eskalation des Handelskonflikts mit China. In seinem Auftrag legte der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer eine Liste mit weiteren Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar vor, die mit Strafzöllen von zehn Prozent belegt werden können. Nach Anhörungen können die Zölle Ende August in Kraft treten. Damit wäre die Hälfte aller Einfuhren aus China von Sonderabgaben betroffen. Die Regierung in Peking reagierte "geschockt" und kündigte für den Fall des Inkrafttretens "notwendige Gegenmaßnahmen" an.

Damit kehrten die Handelssorgen wieder an die Börse zurück, nachdem zuletzt noch die Hoffnungen auf gute Unternehmenszahlen aus den USA und eine weiter robuste US-Wirtschaft die Kurse gestützt hatten. Zur Wochenmitte lagen damit alle Branchen im Minus. Am besten schlug sich noch der Sektorindex der Versorger , der um lediglich 0,24 Prozent nachgab. Den größten Abschlag verzeichneten die konjunktursensiblen Rohstoffwerte mit minus 3,40 Prozent.

Unter den Schlusslichtern im CAC-40 fanden sich demnach die Papiere des Stahlkochers ArcelorMittal , die rund 4 Prozent verloren. Der Handelskonflikt nährt bei Anlegern unter anderem Ängste vor einer Konjunkturdelle, die die Rohstoffnachfrage belasten würde. Zudem geht die Sorge um, dass chinesischer Billigstahl die Märkte außerhalb der USA fluten könnte, falls die Vereinigten Staaten weitere Handelsbeschränkungen einführten.

Unter den wenigen Gewinnern in Paris stiegen die Anteilsscheine von Lagardere um knapp 1 Prozent, nachdem die US-Bank Goldman Sachs die Aktien zum Kauf empfohlen hatte. Der französische Medienkonzern könnte seine Unternehmensstruktur vereinfachen, schrieb Analystin Katherine Tait.

In Mailand stand der Wechsel des Weltfußballers Cristiano Ronaldo vom spanischen Champions-League-Sieger Real Madrid zu Italiens Meister Juventus Turin im Fokus. Laut Medienberichten unterschrieb der 33 Jahre alte Portugiese beim Serie-A-Club einen Vertrag bis 2022. Die Ablöse soll 105 Millionen Euro betragen. Die italienische "Gazzetta dello Sport" sprach von einem "Jahrhundert-Geschäft". An der Börse büßten die Anteilsscheine des Fußballklubs Juventus rund 4 Prozent ein, nachdem sie seit Anfang des Monats von der Aussicht auf einen derartigen Deal profitiert hatten.

Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox schließlich will dem US-Kabelriesen Comcast den britischen Bezahlsender Sky mit einem höheren Gebot noch vor der Nase wegschnappen. Je Sky-Aktie legt Fox nun 14 britische Pfund in bar auf den Tisch. Die Sky-Anteilsscheine waren jedoch bereits zuvor im Zuge der Übernahmespekulationen angesprungen, so dass sie nun knapp 1 Prozent nachgaben und aktuell bei 14,89 Pfund notieren.

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