Spritpreis-Rekorde: Bunte Koalition will Autofahrer entlasten
Was heute schon als günstig gilt: Über einer freien Tankstelle in Köln zieht sich der Himmel zu.
Foto: dpaBerlin. Im März 1998 kostete der Liter Normalbenzin rund 1,55 Mark oder umgerechnet 0,79 Cent. Zu wenig, fanden fand die Grünen damals und verlangten eine Steigerung auf fünf Mark - bis 2008. Rund 80 Cent noch und diese Marke ist mit einigen Jahren Verspätung erzielt. Derzeit kosten ein Liter Super und Normalbenzin bereits mehr als 1,70 Euro. Der März war der teuerste Tankmonat aller Zeiten.
Die Politik will nun die Mineralölkonzernen stärker an die Kandare nehmen. Vor der Oster-Reisezeit und den Landtagswahlen im Mai debattieren die Politiker fieberhaft darüber, wie Autofahrer vor den immer weiter steigenden Benzinpreisen geschützt werden können. Dabei geht die FDP auf Konfrontationskurs zum Koalitionspartner.
Mehrere Spitzenpolitiker der Liberalen schlossen sich am Wochenende der Forderung von Parteichef und Wirtschaftsminister Philipp Rösler an, die Pendlerpauschale zur Entlastung der Autofahrer zu erhöhen. Offiziell lehnt die Bundesregierung dies bisher ab.
Das Kartellamt hält den Mineralölkonzernen einen Herdentrieb bei Preiserhöhungen vor. Kartellamtspräsident Andreas Mundt warf den Mineralölkonzernen „ein sehr ausgeklügeltes Muster des Abguckens und des Nachmachens“ vor. Dies funktioniere so, dass entweder Shell oder Aral als erste die Preise an der Zapfsäule erhöhen würden, die Konkurrenz ziehe dann innerhalb von wenigen Stunden nach.