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SchweizSwisscom baut mit Milliarden-Deal Italiengeschäft aus

Der Telekomkonzern übernimmt die italienische Vodafone-Tochter für acht Milliarden Euro. Damit stemmt Swisscom den größten Zukauf seiner Firmengeschichte. 15.03.2024 - 09:55 Uhr
Die Transaktion sei ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des strategischen Ziels von Swisscom, in Italien rentabel zu wachsen. Foto: REUTERS

Zürich. Der Telekomkonzern Swisscom stemmt den größten Zukauf der Firmengeschichte. Der Schweizer Marktführer legt für die italienische Tochter des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone acht Milliarden Euro in bar auf den Tisch, wie Swisscom am Freitag mitteilte.

Vodafone Italia soll nun mit der italienischen Festnetz-Tochter von Swisscom, Fastweb, zusammengelegt werden. „Die industrielle Logik der Transaktion ist sehr stark“, erklärte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann. „Fastweb und Vodafone Italia passen ideal zusammen“. Mit dem Vollzug des Deals rechnet das staatlich kontrollierte Schweizer Unternehmen im ersten Quartal 2025.

Die Transaktion sei ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des strategischen Ziels von Swisscom, in Italien rentabel zu wachsen. Mit der Übernahme wolle Swisscom jährliche Kosteneinsparungen von 600 Millionen Euro heben. Dem würden Integrationskosten von rund 700 Millionen Euro gegenüberstehen.

Kaufpreis durch Fremdkapital finanziert

Der Kaufpreis werde vollständig mit Fremdkapital finanziert. Swisscom gehe davon aus, das Unternehmensrating „A“ beibehalten zu können. Unter Vorbehalt des Vollzugs der Transaktion beabsichtigt Swisscom, die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auf 26 Franken je Aktie zu erhöhen. Für 2023 und 2024 will Swisscom den Aktionären 22 Franken pro Titel auszahlen.

Aktuell ist Swisscom an der Börse rund 26 Milliarden Franken wert. Aeschlimann schloss zukünftige Zukäufe zwar nicht aus. Doch die Transaktion bedeute zunächst eine Menge Arbeit. „Ich werde mich also voll und ganz darauf konzentrieren, diese Transaktion zum Erfolg zu führen“, sagte der Konzernchef. „Wir haben also keine Pläne, andere Betreiber in anderen Ländern zu kaufen.“

Swisscom hatte die Transaktion bereits Ende Februar in Aussicht gestellt, aber auch erklärt, dass die Bedingungen noch ausgehandelt werden müssten. Die Schweizer Regierung erklärte, dass die Swisscom sie frühzeitig über die Kaufabsicht informiert und verschiedene Bedingungen erfüllt habe. Unabhängig von der Transaktion wolle die Regierung im Jahresverlauf die Strategie bezüglich der Swisscom-Beteiligung, die sich gegenwärtig auf rund 51 Prozent beläuft, prüfen. „Diese Überprüfung umfasst Fragen der Privatisierung oder Teilprivatisierung des Unternehmens“, hieß es in einer Mitteilung.

Swisscom und Vodafone wollen zusammenrücken

Mit dem Zusammenschluss entsteht in Italien der zweitgrößte Breitbandanbieter nach dem italienischen Marktführer TIM und gleichzeitig einer der führenden Mobilanbieter. Fastweb steuerte im vergangenen Jahr mit 2,6 Milliarden Franken fast ein Viertel zum Swisscom-Konzernumsatz bei. Vodafone erzielte in seinem drittgrößten Markt im Geschäftsjahr 2022/23 Verkaufserlöse von 4,3 Milliarden Euro.

Der erfolgreiche Abschluss der Transaktion wäre ein Quantensprung für Swisscom, kommentierte ZKB-Analyst Christian Bader. Der Zusammenschluss schaffe einen starken Konkurrenten auf dem anspruchsvollsten Telekommarkt in Europa, urteilte Vontobel-Analyst Mark Diethelm. Die angepeilten Kostensynergien seien deutlich höher als erwartet.

Die geplante Dividendenerhöhung wertete er ebenfalls positiv. Im frühen Handel zogen Swisscom 3,2 Prozent an. Für Vodafone ist die Italien-Tochter ein Sorgenkind. Ende Januar platzte die geplante Fusion der italienischen Töchter von Vodafone und der französischen Iliad wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen.

Mit dem Verkauf an Swisscom kann Vodafone-Chefin Margherita Della Valle in ihrem ersten Jahr ihr Ziel erreichen, die drei Problemmärkte des Konzerns anzugehen. Sie hat bereits das spanische Geschäft des Unternehmens veräußert und die Aktivitäten am britischen Heimmarkt mit denen von CK Hutchinson fusioniert. Nach der Übernahme will Vodafone vier Milliarden Euro an Kapital an die Aktionäre zurückgeben.

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Swisscom und Vodafone prüften auch eine engere Geschäftsbeziehung. Dabei geht es um eine mögliche Zusammenarbeit über Italien hinaus in verschiedenen Bereichen wie Unternehmensdienste, Beschaffung und Roaming.

rtr
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