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KommentarDas kaputte Tiefseekabel in der Ostsee ist eine Warnung

Trotz der Beschädigung zweier großer Internetleitungen in der Ostsee fließt der Datenverkehr in Europa weitgehend ungestört. Trotzdem sollte uns der Vorfall beunruhigen.Christof Kerkmann 20.11.2024 - 11:56 Uhr
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Sabotage oder Unfall. Noch weiß man nicht, ob das Kabel am Grund der Ostsee gebrochen ist und durch äußere Einwirkung durchtrennt wurde. (Archivbild) Foto: dpa

Sabotage oder Unfall? Wer für die Beschädigung der Datenleitungen in der Ostsee verantwortlich ist, lässt sich noch nicht mit Sicherheit beantworten. Die Politik sieht bereits das russische Regime am Werk, endgültige Beweise fehlen aber noch – und dürften in den Tiefen des Meeres auch schwer zu finden sein.

Im vorliegenden Fall sind die Auswirkungen glücklicherweise nicht dramatisch. So wurden in Finnland keine spürbaren Auswirkungen auf die Internetverbindungen festgestellt. Da Skandinavien durch ein Netz von Leitungen mit dem übrigen Europa verbunden ist, können die Telekommunikationsanbieter die Daten über andere Routen weiterleiten.

Jetzt ist ein Spezialschiff unterwegs, um das Seekabel zu reparieren. In ein bis zwei Wochen sollen die Daten zwischen Finnland und Deutschland wieder durch das Kabel auf dem Grund der Ostsee fließen. Für die Betreiberfirmen ist das „business as usual“, schließlich reißt alle paar Tage irgendwo ein Strang – durch Schleppnetze oder Anker, Vulkanausbrüche oder Seebeben.

Auch wenn sich das System als stabil erwiesen hat, ist der Fall für die westliche Welt beunruhigend. Er zeigt einmal mehr, wie verwundbar die Infrastruktur auf dem Meeresboden ist, die den Transport von Daten, Gas und Strom über weite Strecken ermöglicht. Und sie lässt befürchten, dass Russland die Belastbarkeit der Technik und die Entschlossenheit der Politik weiter testen wird.

Russische Schiffe kartieren bereits seit einigen Monaten die Routen von Unterseekabeln. Und nach einem Bericht des TV-Senders CNN hat Russland eine militärische Einheit mit Schiffen, U-Booten und Wasserdrohnen aufgebaut, die zu Sabotageakten in der Lage wäre. Es ist zu befürchten, dass das Regime den Meeresboden bei der hybriden Kriegsführung einbezieht.

Zu wenig Kapazitäten für Reparaturen

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Wäre das System widerstandsfähig genug, wenn es zu mehr Störfällen käme? Wenn zu den unvermeidlichen Unfällen und Naturkatastrophen noch Sabotage und Terrorismus hinzukämen? Oder wenn kritische Knotenpunkte wie die Straße von Gibraltar oder die Straße von Hormus betroffen wären? Zweifel sind angebracht. Beispielsweise sind die Kapazitäten der Spezialfirmen, die Glasfaserkabel reparieren können, begrenzt.

Die Politik in Deutschland und Europa hat das Thema auf die Agenda gesetzt. Doch es bleibt noch viel zu tun: Die Meere müssen besser überwacht werden. Eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Anrainerstaaten. Und mehr Reparaturkapazitäten, insbesondere für Glasfaserleitungen.

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