Energie: Vestas-Chef kritisiert deutsche Regulierung für Offshore-Wind
Berlin. Die Versteigerung von Flächen für Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee bringt dem Bund Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe. Dem Finanzminister dürfte das gefallen, die Windenergie-Branche dagegen sieht das kritisch.
Henrik Andersen, CEO des dänischen Windkraftanlagen-Herstellers Vestas, plädiert daher für eine grundlegende Änderung des Auktionsdesigns: „Deutschland muss den Fokus von der staatlichen Einnahmemaximierung auf die Projektrealisierung verlagern“, sagte Andersen dem Handelsblatt. Das geltende Auktionsmodell sei „nicht optimal“.
Andersens Kritik ist als Appell an die nächste Bundesregierung zu verstehen, Grundlegendes zu ändern. Vestas gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Windturbinen. Das Unternehmen stellt Anlagen für die Nutzung an Land und für die Nutzung auf hoher See her.
Ein großer Teil der Flächen im deutschen Teil der Nord- und Ostsee wird an das meistbietende Unternehmen oder Unternehmenskonsortium versteigert. Geregelt ist das im Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG).
Es funktioniert so: Wenn in einer ersten Gebotsrunde für ausgeschriebene Flächen mehrere Bieter bereit sind, sich mit null Cent Einspeisevergütung zufriedenzugeben, also auf eine staatlich garantierte Vergütung zu verzichten, folgt eine zweite Ausschreibungsrunde.