Luftfahrt: Nachhaltiges Kerosin – ein Milliardenmarkt kommt nicht in Gang
Frankfurt. Synthetisches Flugbenzin (SAF) ist der erste Schritt in die klimaneutrale Zukunft der Luftfahrt. Im besten Fall hergestellt aus grünem Strom und Wasserstoff, kann das nachhaltige Kerosin von Flugzeugen der aktuellen Flotten getankt werden. So wollen die Airlines die Zeit überbrücken, bis völlig neue Antriebe entwickelt worden sind. Auf der Langstrecke wird SAF wahrscheinlich sogar der einzige Weg bleiben, klimaneutral zu fliegen.
Doch der Umstieg auf grünes Kerosin läuft nur sehr langsam an. Im vergangenen Jahr wurden bescheidene 1,9 Millionen Tonnen des klimaschonenden Treibstoffs produziert, zeigt der SAF-Monitor des auf nachhaltige Luftfahrt konzentrierten Kompetenzzentrums Cena in Frankfurt. Insgesamt verbrauchte die kommerzielle Luftfahrt im selben Jahr aber 305,6 Millionen Tonnen Kerosin.
Der schleppende Umbau ist durchaus verwunderlich: Seit Jahresbeginn müssen Fluggesellschaften in Europa Kerosin tanken, dem zwei Prozent SAF beigemischt sind. So hat es die EU-Kommission festgelegt. Bis 2050 soll die Quote auf 70 Prozent steigen.