Finanzmarkt: Banken forcieren Verkauf von Kreditrisiken
Frankfurt. Es ist ein gigantischer Markt, von dem die meisten Menschen vermutlich noch nie gehört haben: Banken verkaufen Kreditrisiken an institutionelle Investoren. Die Geldhäuser verringern damit ihr eigenes Risiko, denn die Investoren tragen einen Teil der Verluste, wenn Privatleute oder Firmen ihre Darlehen nicht zurückzahlen können. Von den Banken erhalten die Investoren für diese Ausfallversicherung eine Prämie.
Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) haben Banken so seit 2016 für Kredite mit einem Volumen von mehr als 1,1 Billionen Dollar einen Teil der Risiken an Investoren verkauft. Fast zwei Drittel davon entfielen auf Europa. Im Fachjargon werden diese Geschäfte „significant risk transfers“, „synthetic risk transfers“ (SRTs) oder „risk-sharing transactions“ (RSTs) genannt.
Die meisten Experten finden SRTs grundsätzlich sinnvoll, weil dadurch mehr privates Kapital zur Finanzierung der Wirtschaft mobilisiert wird. Angesichts des starken Wachstums gibt es aber auch erste Warnungen: „Bestimmte Eigenschaften von SRTs könnten für steigende Risiken für die Finanzstabilität sorgen“, mahnt der IWF.
Der Währungsfonds fürchtet unter anderem, dass Geldhäuser zu stark auf Risikotransfers setzen und dann in Bedrängnis geraten, wenn der SRT-Markt in einer Krise „austrocknet“ und sich Investoren abwenden.