Arbeitsmarkt: Keine Einigung in Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst
Berlin. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst sind vorerst gescheitert. Auch nach einem wahren Verhandlungsmarathon konnten sich Arbeitgeber und die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund nicht auf höhere Entgelte für die rund 2,5 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen einigen. Nun sollen unabhängige Schlichter einen Lösungsversuch unternehmen.
„Wir haben uns bis an die Schmerzgrenze bewegt. Die Arbeitgeber haben unsere Einigungsvorschläge abgelehnt“, kritisierte Verdi-Chef Frank Werneke in Potsdam, wo beide Seiten seit Freitag in dritter Runde verhandelten.
Dagegen betonte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die öffentlichen Arbeitgeber seien bis an die Grenze dessen gegangen, was für die öffentlichen Haushalte verantwortbar sei. „Aber die Gewerkschaften waren nicht zu weiteren Kompromissen bereit. Wir müssen die Schlichtung einleiten“, sagte Faeser.
Die Gewerkschaften wollten acht Prozent mehr Geld durchsetzen, mindestens aber 350 Euro monatlich, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Außerdem verlangten sie drei zusätzliche freie Tage sowie einen weiteren, exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder. Zudem sollten Zulagen und Zuschläge für Schicht- und Nachtarbeit, Überstunden sowie Sonn- und Feiertagsarbeit angehoben werden.