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KommentarDeshalb verdient die Kernfusion eine Chance

Deutschland verfügt über eine konzentrierte Fusionsforschungslandschaft, die weltweit anerkannt ist. Doch die USA und China investieren in viel größerem Umfang.Kathrin Witsch 20.03.2025 - 09:50 Uhr
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An der Kernfusion wird seit Jahrzehnten geforscht. Der große Durchbruch fehlt noch, doch in nicht ferner Zukunft könnte es so weit sein. Foto: dpa

Die Kernfusion könnte die Energiequelle der Zukunft werden. Allerdings nur, wenn endlich eine realistische Vorstellung davon besteht, was der vermeintliche Heilige Gral der Energiewelt leisten kann – und vor allem, ab wann.

In den vergangenen Jahren ist viel passiert: Es gab erste Durchbrüche, zahlreiche Start-ups haben sich des Themas angenommen, und nun will die Industrie die Kernfusion aus dem Labor ins Kraftwerk bringen. Die massiv gestiegenen Investitionen von Technologie- und Energiekonzernen sind ein deutlicher Beleg dafür.

Weltweit gibt es nur etwa 45 Fusionsunternehmen. Vier davon haben ihren Sitz in Deutschland. Zwei, die sich der Laserfusion verschrieben haben, und zwei, die Kernfusion auf magnetischer Basis erzeugen wollen. Sollte es also jemals zu einem Durchbruch kommen, stehen die Chancen hier gar nicht so schlecht. Deutschland verfügt über eine konzentrierte Fusionsforschungslandschaft, die weltweit anerkannt und gut vernetzt ist. Das Versprechen von CDU und CSU, diese zu fördern (drei der vier sind in München angesiedelt), ist daher absolut richtig.

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Das hat auch die Ampelregierung erkannt und in der vergangenen Legislaturperiode das milliardenschwere Förderprogramm „Fusion 2040“ aufgelegt. Das ist ein guter Anfang. Was es jetzt aber braucht, sind unbürokratische und verlässliche Rahmenbedingungen, die diesen Weg weiter unterstützen. Und mehr Geld.

Denn der Wettlauf um die Fusionsenergie hat längst begonnen. China investiert nach eigenen Angaben bis zu 1,5 Milliarden pro Jahr in seine Forschungsanlagen. Die USA unter Joe Biden kamen auf rund 800 Millionen pro Jahr. In Deutschland ist es eine Milliarde – bis 2029. Das wird nicht reichen.

Deshalb muss die Fusionsenergie stärker gefördert werden. Das darf aber nicht weniger für den Ausbau der erneuerbaren Energien bedeuten. Die Rede von der Kernfusion als Energiequelle der Zukunft ist für viele eine Gefahr für den ökologischen Umbau und die Klimaziele. Das ist verständlich, wird sie doch von vielen politischen Befürwortern genau so intoniert. Aber es ist falsch, die erneuerbaren Energien und den Traum von der Kernfusion gegeneinander auszuspielen.

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Denn eines ist klar: Bis die Fusionsenergie tatsächlich in relevanter Form Strom liefert, muss die Energiewende längst vollzogen sein. Unabhängige Experten rechnen nicht vor 2045 mit dem ersten Kraftwerk. Wenn überhaupt. Doch die Fusionsenergie hat eine Chance verdient. Und wir sollten sie nutzen.

Erstpublikation: 18.03.2025, 09:38 Uhr.

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