Geldanlage: Der „unglaubliche April“ sorgt für Chaos an den Börsen
Selten haben die Kapitalmärkte so verwirrende, zum Teil von politischen Entscheidungen getriebene Signale gesendet wie zurzeit. Rick Rieder, Chefanleiheinvestor von Blackrock, spricht mit Blick auf die Börsen von einem „unglaublichen April“.
So gibt es eine Reihe von Warnsignalen: Die Schwankungen bei US-Aktien waren an einigen Tagen so hoch wie seit über 100 Jahren nur zweimal: in der Finanzkrise 2008 und während der Coronapandemie 2020. Die Risikoaufschläge im US-Hochzinsmarkt zogen zeitweise so drastisch an wie sonst nur in schweren Krisen.
Zugleich war der Markt für stark gehebelte Finanzierungen (sogenannte Leveraged Loans) zeitweise praktisch geschlossen. Noch bedeutsamer: Der Renditeabstand zwischen zwei- und 30-jährigen US-Staatsanleihen stieg in einer Woche so stark wie zuletzt 1982.
Während Rezessionssorgen die Renditen kurzläufiger US-Staatsanleihen drückten, sorgte die Skepsis der Investoren gegenüber dem Schuldenboom in den USA dafür, dass die Renditen im langfristigen Bereich stiegen.
Doch die Aktienkurse zeigen nach Meinung der Experten der Deutschen Bank trotz zwischenzeitlicher Einbrüche wegen der Zollpolitik in den USA noch keine Rezession an. Wie sollen sich Anleger in dieser Gemengelage orientieren?