Steuern: Zehn legale Optionen zur steueroptimierten Schenkung
Frankfurt. Noch nie hat der deutsche Fiskus so viel an Schenkungen verdient, wie im vergangenen Jahr. Insgesamt 4,8 Milliarden Euro setzte er an Schenkungssteuer fest. Knapp 18 Prozent mehr als 2023.
Bei einem übertragenen Vermögen von 49 Milliarden Euro, entspricht das einem durchschnittlichen Steuersatz von unter zehn Prozent. Dabei liegen die regulären Steuersätze zwischen sieben und 50 Prozent. Grund für die niedrige Schenkungssteuer sind legale Wege, die Steuer zu reduzieren. Das sorgte zuletzt wieder für politische Diskussionen.
„Solange die Gesetzgebung solche Möglichkeiten der Steuervermeidung bietet, ist es nicht verwerflich, diese zu nutzen“, sagt daher Helge Schubert, Rechtsanwalt und Steuerberater bei der Kanzlei Rose & Partner. Das Handelsblatt stellt zehn Steuersparstrategien für alle vor, die demnächst große Schenkungen planen.
Strategie 1: Familienverhältnisse ändern
Mit welchem Steuersatz Schenkungen versteuert werden, richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad. Enge Angehörige werden nicht nur mit einem niedrigeren Steuersatz, sondern auch mit einem höheren Freibetrag belohnt (siehe Tabelle). Dieser Freibetrag gilt für alle Schenkungen und Erbschaften von einer Person über einen Zeitraum von zehn Jahren. Ehepartner beispielsweise können alle zehn Jahre Vermögen im Wert von 500.000 Euro schenken, die Kinder können je Elternteil 400.000 Euro erhalten. Geschwister haben wie Expartner und Unverheiratete nur einen Freibetrag von 20.000 Euro.