Geld in Beziehungen: Darum scheitern Freundschaften an der „Friendflation“
Düsseldorf. Um die 80 Kilometer ist Wolfgang Krüger oft mit Freunden geradelt. Vom Stadtrand aus wollten sie dann nach Berlin mit der S-Bahn zurückfahren. Doch die Freunde sagten dann, sie hätten noch Lust, mit dem Rad zurückzufahren. „Die hatten aber gar keine Lust. Sie hatten einfach nicht das Geld“, sagt Krüger.
Das habe er erst später verstanden. Mit einer Freundin, mit der er auch später noch oft geradelt ist, habe er dann einen Deal gemacht: Alle Kosten, die auf Radtouren entstehen, übernehme er. Sie solle im Gegenzug einen Salat mitbringen.
Wolfgang Krüger ist Psychotherapeut, Betriebswirt und hat über Geld und Beziehungen Bücher geschrieben. Er sagt: „Damit Freundschaften mit unterschiedlichem Geldbeutel glücken, muss derjenige, der mehr Geld hat, die Verantwortung übernehmen, solche Situationen zu erspüren, ohne zu beschämen.“
Warum Geld in Beziehungen heute so wichtig ist
Geld nehme eine viel wichtigere Rolle in Freundschaften ein, als wir denken, sagt Krüger. Und heute werde Geld immer wichtiger. Das liege zum einen an der Tatsache, dass die Schere zwischen Arm und Reich größer wird, zum anderen daran, dass wir in unsicheren Zeiten leben. „In denen spielt Geld eine größere Rolle. Und insofern leben wir momentan in einer Zeit, in der wir uns stärker über Geld definieren.“