Referendum: Ecuadorianer stimmen über Militärbasen und Verfassung ab
Buenos Aires. Bei einem Referendum stimmen die Ecuadorianer über die Genehmigung ausländischer Militärstützpunkte in dem südamerikanischen Land ab. Im Kampf gegen die ausufernde Drogenkriminalität will die Regierung des liberal-konservativen Präsidenten Daniel Noboa die Errichtung ausländischer Militärbasen genehmigen.
Dazu wurden bereits Gespräche mit den USA und Brasilien geführt. Das US-Militär unterhielt zwischen 1999 und 2009 einen Stützpunkt in Manta an der Pazifikküste.
Ecuador steckt in einer massiven Sicherheitskrise: Drogenbanden machen sich in dem einst recht sicheren Land breit, über die Pazifikhäfen werden große Mengen Kokain geschmuggelt.
Die US-Streitkräfte gehen in der Region derzeit hart gegen mutmaßliche Drogenhändler vor. In den vergangenen Wochen versenkten sie in der Karibik und im Pazifik rund 20 Boote, die Rauschgift transportiert haben sollen. Etwa 80 Menschen kamen dabei ums Leben.
Bei dem Referendum stimmen die Ecuadorianer am Sonntag außerdem darüber ab, ob die staatliche Parteienfinanzierung abgeschafft und das Parlament von derzeit 151 Sitze auf künftig 73 Mandate verkleinert wird.
Die Regierung will zudem eine verfassungsgebende Versammlung einberufen, um ein neues Grundgesetz zu verabschieden. Die aktuelle Verfassung stammt aus der Zeit des linken Ex-Präsidenten Rafael Correa, der später wegen Korruption verurteilt wurde und nun im Exil in Belgien lebt.