1. Startseite
  2. Politik
  3. International
  4. Pandemie: Tausende Corona-Todesfälle in Großbritannien waren vermeidbar

PandemieTausende Corona-Todesfälle in Großbritannien waren vermeidbar

Einer öffentlichen Untersuchung zufolge lief während der Corona-Pandemie in Großbritannien vieles schief. Das hatte verheerende Folgen. 20.11.2025 - 20:20 Uhr Artikel anhören
Ex-Premier Boris Johnson während der Corona-Pandemie: Die Reaktion der damaligen Regierung auf den Beginn der Pandemie war dem Bericht zufolge deutlich zu lasch. Foto: AP

London. „Zu wenig, zu spät“: In ihrem Bericht kommt eine Untersuchungskommission zum Umgang mit der Corona-Pandemie in Großbritannien zu einem drastischen Fazit. In der damaligen konservativen Regierung habe Chaos geherrscht, und das Virus sei viel zu spät ernst genommen worden, heißt es in dem mehr als 800 Seiten langen Bericht, in dem die Erkenntnisse der öffentlichen Untersuchung erläutert wurden.

Alle Regierungen im Vereinigten Königreich hätten es „versäumt, das Ausmaß des Risikos und der Katastrophe“ zu erkennen, sagte die Vorsitzende der Untersuchung, Heather Hallett, der Nachrichtenagentur PA zufolge bei der Vorstellung des Berichts. Darin wurden auch mehrere Empfehlungen für künftige Pandemien abgegeben.

Die Reaktion der damaligen Regierung auf den Beginn der Pandemie im Jahr 2020 war dem Bericht zufolge deutlich zu lasch. Wäre der Lockdown im März 2020 eine Woche früher verhängt worden, hätte es demnach während der ersten Infektionswelle in England etwa 23.000 Todesfälle weniger gegeben.

Die ersten beiden Lockdowns hätten den Angaben zufolge zudem kürzer ausfallen können oder wären gar vermeidbar gewesen, wenn Maßnahmen wie Social Distancing früher eingeführt worden wären. Aus anfänglichen Fehlern seien auch im späteren Verlauf keine Lehren gezogen worden.

Auch mit dem früheren britischen Premierminister Boris Johnson geht Hallett in dem Bericht hart ins Gericht. Damals habe eine „giftige und chaotische Kultur“ in der Downing Street geherrscht. Johnsons damaliger Chefberater Dominic Cummings habe „beleidigende, sexualisierte und frauenfeindliche“ Sprache verwendet. Dem habe Johnson nicht nur kaum entgegengewirkt, sondern diese Kultur stellenweise „aktiv gefördert“.

Deutlich mehr Corona-Tote als in Deutschland

Johnson, der von 2019 bis 2022 Premierminister seines Landes war, stand wegen seines zögerlichen und teilweise chaotischen Vorgehens in der Corona-Pandemie immer wieder in der Kritik.

Fünf Jahre Covid

„Eine nächste Pandemie wird mit Sicherheit kommen“ – Forscher warnt vor Folgen des Klimawandels

Besonders kritisiert wurde er auch wegen seiner Rolle im sogenannten Partygate-Skandal, als im Regierungssitz Feste gefeiert wurden, während der Rest des Landes in Lockdowns saß. Johnson hatte bei der öffentlichen Untersuchung ausgesagt.

Verwandte Themen
Boris Johnson
Großbritannien
Deutschland
Coronavirus

Im Vereinigten Königreich starben laut Sterbeurkunden etwa 227.000 Menschen an Covid-19 – das sind trotz geringerer Bevölkerung deutlich mehr als in Deutschland. Viele Hinterbliebene machen Johnson und seine Regierung für den Tod ihrer Angehörigen verantwortlich. Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte laut PA an, die im Bericht gewonnenen Erkenntnisse sorgfältig prüfen zu wollen.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt