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Fonds „Panthera“Anlegern droht Totalverlust

Beim geschlossenen Fonds „Panthera“ sollen Millionen verspekuliert worden sein. Das zeigt ein Schreiben, das „Handelsblatt Live“ vorliegt. Gegen Finanzmakler Malte Hartwieg liegen mehrere Strafanzeigen vor.Andreas Dörnfelder und Michael Brächer 01.07.2014 - 19:13 Uhr Artikel anhören

Die Villa des Finanzmaklers Malte Hartwieg am Münchener Stadtrand: Im Angebot für 4,3 Millionen Euro. Hartwieg steckt hinter dem „Panthera“-Fonds.

Foto: Andreas Dörnfelder/Handelsblatt

Frankfurt. Bei dem geschlossenen Fonds „Panthera Global Trading A“ sollen Millionen an Anlegergeldern verspekuliert worden sein. Das geht aus einem Schreiben an die Anleger vor, das der digitalen Tageszeitung "Handelsblatt Live" (Dienstag) vorliegt. Der für die Investitionen zuständige Fondsmanager habe mit spekulativen Investments versucht, anfängliche Verluste auszugleichen. Dabei hätten sich „höhere Verluste bis hin zum nunmehr gegebenen Totalverlust eingestellt“, heißt es weiter.

Hinter dem Fonds, der bei Anlegern laut Prospekt bis zu 50 Millionen Euro einsammeln sollte, steckt der Finanzmakler Malte Hartwieg. Der gelernte Maurer gründete auch den Fondsvermittler Dima24, den er inzwischen verkauft hat. Hartwieg ist Herr über ein Geflecht aus Firmen, zu dem neben Panthera auch die Fondsgesellschaften Selfmade Capital und New Capital Invest zählen. Bei zehn Fonds der beiden Gesellschaften wurden die Ausschüttungen ausgesetzt.

So lassen sich Anleger schützen
Rechtsanwalt Achim Tiffe hat sich auf den Verbraucherschutz spezialisiert. Er berät Anleger, wenn sie Probleme mit Banken und anderen Finanzdienstleistern haben. Handelsblatt Online schlägt er vor, wie Anleger vor riskanten Anlagen wie beim Krisenunternehmen Prokon wirksam schützen ließen.
Der Schutz der Verbraucher bei Geldanlagen aller Art sollte gewährleistet sein. Das heißt, dass Finanzdienstleister Privatpersonen keine Genussrechte oder Unternehmensanleihen verkaufen sollen, ohne sie ausreichend über die Risiken dieser Produkte aufzuklären. Vermittlung statt Beratung bei lückenhaften Verbraucherschutz sollte nicht mehr möglich sein.
Die Beratung gegenüber Verbrauchern bei riskanten Anlagen wie unternehmerischen Beteiligungen sollte Pflicht sein ohne die Möglichkeit, sie zu umgehen.
Es muss eine Beweislastumkehr für Berater gelten, zum Beispiel dann, wenn mehr als 10 Prozent des vorhandenen liquiden Vermögens in geschlossene Beteiligungen investiert werden. Bislang müssen die Kunden eine mögliche Falschberatung nachweisen.
Früher mussten Anleger, die sich in Termingeschäften engagieren wollten eine spezielle Erklärung unterschreiben, die Börsentermingeschäftsfähigkeit. Dabei wurden sie über die Risiken solcher Geschäfte aufgeklärt. Auch heute würde die Einführung einer solchen warnenden Hürde vielen Verbrauchern helfen, die in riskante Geldanlagen einsteigen wollen.
Nicht alle Vertriebler sind gegen Falschberatung versichert. Eine Pflicht zur ausreichenden Vermögenshaftpflichtversicherung für alle Vermittler und Berater wäre im Interesse der Anleger. Idealerweise würden Finanzprodukte nur über solche Unternehmen vertrieben werden.
Wichtig wäre auch eine effektive Kontrolle aller Vermittler und Berater durch eine zentrale Aufsichtsbehörde mit entsprechender Ausstattung.
Um die Verbraucher zu schützen, benötigt es effiziente Behörden. Sie müssten bei Missständen konsequent und schnell einschreiten. Tun sie das nicht, müsste der Staat haften, fordert Tiffe.
Es müsste einen Finanzmarktwächter geben, der zeitnah Verbraucherprobleme erfasst, aufarbeitet und an Politik und Behörden und Öffentlichkeit weitergeben kann. Laut Koalitionsvertrag könnten Verbraucherschützer damit beauftragt werden.
Verbraucher brauchen klare Regeln zum Ausweis von Risiken, die sie auch verstehen. Außerdem sollte es eine gesetzliche Begrenzung der Haftung der Verbraucher auf gezahlte Einlage geben.

Bei der Münchener Staatsanwaltschaft sind mehrere Strafanzeigen gegen Hartwieg eingegangen. Die Behörde prüft weiter einen Anfangsverdacht. Hartwieg hat über seinen Anwalt Aufklärung versprochen. Zu den Vorgängen bei Panthera wollte er sich bis Redaktionsschluss nicht äußern.

Zu den Hintergründen von Malte Hartwieg und des Fondsvermittlers Dima24 finden Sie weitere Artikel im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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