Anleihen: Warum die EZB Green Bonds kritisch sieht
Frankfurt. Drei Buchstaben ziehen vor allem Großinvestoren in ihren Bann: ESG. Kaum einer von ihnen kann sich der Aufgabe entziehen, bei der Auswahl von Wertpapieren die Themen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung, dafür steht das „ESG“, außer Acht zu lassen.
Umso mehr stellt sich die Frage, wie glaubwürdig die entsprechenden Angebote an „nachhaltigen“ oder speziell „grünen“ Anlagen sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt in ihrem Stabilitätsbericht Zweifel anklingen.
Sie stellt fest, dass Investoren im Euro-Raum jetzt rund 197 Milliarden Euro an heimischen Green Bonds, also Anleihen mit ökologischer Zielsetzung, halten. In den Jahren 2019 und 2020 seien diese Bonds mit niedrigeren Renditen ausgegeben worden als konventionelle Papiere, heißt es.
Das ist auch die Voraussetzung dafür, dass diese Papiere tatsächlich eine besonders günstige Finanzierung für die Zwecke darstellen, die sie begünstigen wollen. Zu beachten ist auch, dass die Nachfrage von Großinvestoren, die sich ESG verpflichtet fühlen, zurzeit immer noch auf ein begrenztes Angebot trifft – das allein könnte den Unterschied bei den Renditen erklären.