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CoronavirusChristian Drosten hält neue Virus-Mutation noch für schwer einschätzbar

Bis Ostern oder Mai sollte es Klarheit geben, ob die neue Virus-Variante gefährlicher ist, so der Virologe. Wäre die Mutation ansteckender, wäre das ein Problem. 06.01.2021 - 02:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Auch in Deutschland müsse man verstärkt nach der Mutation schauen, meint Drosten.

Foto: dpa

Berlin. Der Virologe Christian Drosten sieht noch viele offene Fragen rund um die neue, zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7. „Das ist ganz schwer einzuordnen, immer noch“, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ vom Dienstag bei NDR-Info. „Ich gehe davon aus, dass wir, sagen wir, vielleicht bis Ostern oder bis Mai ganz klare experimentelle Evidenz haben, ob jetzt dieses Virus übertragbarer und gefährlicher ist oder nicht. Aber das wird einfach dauern.“

Derzeit werde noch zusammengetragen, wie verbreitet die neue Variante in Deutschland ist, schilderte der Virologe. Von einem großen Problem damit gehe er momentan nicht aus. Nachdem er auch Daten aus Dänemark zum Thema gesehen habe, sei er der Ansicht, dass die Variante ernst genommen werden müsse, erläuterte Drosten.

Auch in Deutschland müsse man verstärkt nach der Mutation schauen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Variante übertragbarer ist – also dass ein Infizierter im Schnitt mehr Menschen ansteckt als bisher, die Variante also mit einer höheren Reproduktionszahl einhergeht.

In Hinblick auf die Wirksamkeit der Impfung bekräftigte Drosten: „Da haben wir im Moment keine großen Sorgen.“ Die Sorge sei vielmehr, dass die Variante im Vergleich zu früheren Formen einen deutlich höheren R-Wert haben könnte, etwa von 1,5 statt von 1.

Sollte sich ein solches Szenario bestätigen, wäre es Drosten zufolge ein Problem. „Das ist ja ein exponentielles Phänomen“, betonte er. Der Virologe äußerte aber auch schon wiederholt die Hoffnung, dass B.1.1.7 weniger stark krank machen könnte.

Mutation könnte Pandemiebekämpfung erschweren

Nach dem Nachweis in Großbritannien wurde die Variante auch in anderen Ländern bestätigt. In Deutschland sind bislang nur vereinzelt Fälle bekannt, etwa in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Das Robert-Koch-Institut erwartet aber, dass weitere Fälle hinzukommen. Experten befürchten, dass die Ausbreitung die Pandemiebekämpfung erschweren könnte.

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Auch eine aus Südafrika bekannte Corona-Variante müsse man „mindestens genauso beobachten“ wie die englische, betonte Drosten. Reiserückkehrer aus dem Land sollten nach seiner Einschätzung getestet werden. Es gebe jetzt noch ein Zeitfenster, um der Ausbreitung hierzulande vorzubeugen.

Bund und Länder beschlossen am Dienstag neben einer Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns bis Ende Januar, den Eintrag solcher Mutationen aus dem Ausland möglichst stark eindämmen zu wollen. In Deutschland sollten sie durch verstärkte Sequenzierung entdeckt werden; dabei wird nach Gensequenzen gesucht. Die Ausbreitung soll durch priorisierte Nachverfolgung und Quarantäne möglichst stark begrenzt werden.

dpa
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