Türkei, Griechenland, Italien: Der Süden brennt – und die Regierungen wirken überfordert
Eine Frau flieht mit ihren Tieren vor einem sich ausbreitenden Waldbrand in der Nähe der Küstenstadt Bodrum.
Foto: dpaIstanbul, Athen, Rom. Für die Betroffenen der Waldbrände im Ferienort Köycegiz kommt die wohl einzig positive Nachricht am Dienstag aus Spanien: Zwei Löschflugzeuge hat der Nato-Partner umgehend einsatzbereit gemacht und in den Süden der Türkei geschickt. Auf Twitter versprühen die spanischen Diplomaten Hoffnung: „Unsere beiden ,Corsairs‘ sind angekommen – jetzt lasst uns diese Feuer einfangen!“
Die Hilfe eines Partnerlandes bedeutet viel in Zeiten, in denen die eigenen Regierungen beim Krisenmanagement überfordert scheinen. In Ankara hatte die Medienaufsichtsbehörde Rtük am Dienstag Medien verboten, weiter über die Waldbrände zu berichten – so etwas passiert sonst vor allem bei ungeklärten Terroranschlägen.
„Zeigt nicht die Waldbrände, sonst erhaltet ihr die härteste Strafe“, soll Rtük-Direktor Ebubekir Sahin nach Angaben von Mitgliedern des Rundfunkbeirats den Fernsehsendern gedroht haben.
Türkei: Staatschef Erdogan wirft Teebeutel aus dem Bus
Die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten bringen die Regierungen der Mittelmeerländer unter Druck, und zwar mehrfach. Sie müssen während der Pandemie nicht nur eine weitere Katastrophe bekämpfen. Vor allem bedrohen die Brände auch den aufkeimenden Tourismus. Hinzu kommt, dass sich manche Regierung schwertut, die Situation unter Kontrolle zu halten.