Immobilien: Adler-Tochter Consus: Interne Ermittler prüfen mysteriöse Millionenzahlungen am Offenbacher Kaiserlei
Prestigeprojekt „VauVau“: Ungenutzte Gewerbeimmobilien in Metropolregionen sollten in „flächenoptimierten“ Wohnraum umgewandelt werden.
Foto: Eicke Becker ArchitektenBerlin, Düsseldorf. Der Betreff klang nüchtern, der Ton des Mitarbeiters drastisch. „Vertragsunregelmäßigkeiten Rohbau“ stand über der E-Mail, die ein führender Mitarbeiter des Projektentwicklers Consus im Juli 2020 an Vorstandschef Theo Gorens und mehrere Kollegen schickte. Der Manager warnte die Führungsspitze vor „nicht nachvollziehbaren Widersprüchen“.
Es ging um das Offenbacher Projekt Kaiserlei, für das die Tochter der Luxemburger Adler Group bis heute verantwortlich ist. Der Manager teilte mit, dass „diverse Rohbauer über ein und dieselbe Leistung beauftragt“ worden seien. Zudem stünde weder der Materialeinsatz „der durch ‚uns‘ beauftragten Lieferanten“ im Verhältnis noch die „untragbaren Lohnstunden“.
Er sei auf „Unstimmigkeiten größer 7.000.000,00 €“ gestoßen, betonte der Manager – und das, obwohl ihm gar nicht alle Unterlagen vorgelegen hätten. Er argwöhnte, dass es sich nicht um eine Ausnahme handelt. Bislang habe er sich „lediglich ein Gewerk für ein Projekt“ angeschaut. Dem Vorstand empfahl er deshalb: „Sofern noch nicht veranlasst, eine interne Prüfungskommission“ zu engagieren und die Unstimmigkeiten „plausibilieren zu lassen“.