Immobilien: Warum die Stadt Hamburg verstärkt Gebäude und Grundstücke kauft
Hamburg. Düster und verlassen steht das ehemalige Karstadt-Gebäude in der Innenstadt Harburgs, Hamburgs südlichem Stadtteil. Am Gebäudevorsprung über den leeren Schaufenstern sind die bekannten weißen Leuchtbuchstaben abmontiert.
Geblieben ist ein Abdruck des Namens aus Ruß und Dreck, der sich über Jahrzehnte hinter den Lettern gesammelt hatte. Nach mehr als 90 Jahren am Standort musste die zur Streichliste des insolventen Konzerns gehörende Filiale 2023 ihre Türen schließen und stand zum Verkauf.
Gern hätte die Stadt Hamburg das etwa 7000 Quadratmeter umfassende Objekt direkt gekauft. Doch der Verkäufer lehnte den vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) per Gutachten ermittelten Verkehrswert ab.
Als das Gebäude kurzfristig an einen Investor aus Israel verkauft wurde, konnte die Stadt aufgrund der anstehenden Entwicklungspläne für das Viertel ihr Vorkaufsrecht geltend machen und im September vergangenen Jahres die Immobilie doch erwerben.
„Bei diesem Gebäude hat die Stadt Hamburg Gebrauch von ihrem Vorkaufsrecht gemacht, weil hier ein deutlicher Verdacht auf eine Spekulation im Raum stand“, sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Seiner Behörde ist der LIG unterstellt, der für Hamburg Grundstücke und Immobilien kauft, entwickelt, instand hält und verkauft. Geht eine Fläche oder eine Immobilie an den Markt, hat der LIG die Möglichkeit, je nach Verordnung und Plänen für das Gebiet ein Vorkaufsrecht geltend zu machen.