Versicherung: Überraschende Aufsichtsratspersonalie bei der Allianz – Mit Folgen für Konzernchef Bäte
Der Allianz-Aufsichtsratschef (rechts) will länger bleiben als geplant – mit möglichen Folgen für den CEO.
Foto: AllianzMünchen, Frankfurt. Wenn am 4. Mai die Aktionäre der Allianz zur virtuellen Hauptversammlung zusammenkommen, dann soll zur Überraschung vieler Großinvestoren der langjährige Aufsichtsratschef Michael Diekmann eine Vertragsverlängerung bis zum Jahr 2026 erhalten. Das geht aus der Einladung hervor.
Der Tagungsordnungspunkt 7 „Neuwahlen zum Aufsichtsrat“ sorgt aus zwei Gründen für Irritationen: Zum einen hatte Diekmann selbst in der Öffentlichkeit über ein Ende seiner Amtszeit im Jahr 2024 gesprochen. Zum anderen würde er bei einer Verlängerung um vier Jahre die Altersgrenze von 70 Jahren überschreiten, dabei empfiehlt der Versicherer, dass seine Aufsichtsratsmitglieder „in der Regel“ nicht älter sein sollten.
Die Personalie Diekmann ist aber auch deshalb brisant, weil sie Spekulationen über die Zukunft von Vorstandschef Oliver Bäte nährt.
Dessen Vertrag endet im September 2024. Eine Verlängerung ist derzeit offen. Wenn Bäte nicht als CEO weitermacht, könnte er nach einer zweijährigen Abkühlungsperiode, dem sogenannten Cooling-off, Diekmann als Aufsichtsratschef ablösen. „Spätestens im Sommer 2023 muss eine Entscheidung gefallen sein“, fordert Ingo Speich, Fondsmanager bei Großinvestor Deka. Dann sollte klar sein, ob Bäte, der seit 2015 an der Allianz-Spitze steht, diese Aufgabe über 2024 hinaus erfüllen will oder nicht.