Autobauer: „Keine Fehlerkultur“ im Management: Investoren monieren enttäuschende Marge bei BMW
Aktionäre beklagen, dass der Konzernchef zu selten das Gespräch mit ihnen sucht.
Foto: ReutersMünchen. BMW hat im vergangenen Jahr fast ausschließlich Rekordwerte erzielt. Absatz, Umsatz und Gewinn des Münchener Autobauers waren nie so hoch wie 2021. Dennoch sind einige Investoren merklich verstimmt. Michael Muders, Fondsmanager bei Union Investment, sagte dem Handelsblatt: „BMW ist kein schlechtes Unternehmen, aber der Konzern hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.“
Die Führung des Dax-Konzerns wirke mitunter, als hielte sie sich für unfehlbar. „Es gibt keine echte Fehlerkultur“, moniert Muders. Dabei gibt es aus seiner Sicht einige Versäumnisse, die BMW demütig aufarbeiten sollte. So hätten die Bayern etwa den Umschwung vom Verbrennungsmotor zu elektrischen Antrieben als neuem Standard teils verschlafen und seien zu lange beim Mantra von der Technologieoffenheit geblieben.
Nun steuert BMW zwar um, entwickelt mit der „Neuen Klasse“ bis 2025 doch noch eine reine Elektroplattform. Aber während viele Konkurrenten solche Plattformen bereits nutzen, müssen die Münchener dafür erst mal stattliche Summen investieren. „Diese Zusatzkosten belasten die Marge“, sagt Muders. „BMW zahlt nun den Preis für seinen fehlenden Mut.“