Musikrechte: Millionen für Timberlake-Melodien – Großinvestoren steigen ins Popgeschäft ein
Rund 100 Millionen Dollar sollen Finanzinvestoren für das bisherige musikalische Werk des Sängers und Schauspielers bezahlt haben.
Foto: ReutersFrankfurt. „Ich habe den Sonnenschein in meiner Tasche“, singt Justin Timberlake in seinem Gute-Laune-Song „Can't Stop the Feeling“. Die Manager des Musikfonds Hipgnosis und der Beteiligungsgesellschaft Blackstone hoffen neben Sonnenschein auch auf handfeste Dollar in ihren Taschen, nachdem sie Timberlake die Rechte an seinen alten Songs abgekauft haben.
Der Deal umfasst die gesamten Aufführungsrechte für das bisherige Werk des 41-jährigen Popstars und Schauspielers, also rund 200 Songs, darunter Hits wie „Cry Me a River“ oder „Sexy Back“. Insgesamt hat Timberlake fünf Solo-Alben veröffentlicht, das jüngste, „Man of the Woods“, erschien 2018.
„Justin Timberlake ist einer der einflussreichsten Künstler der vergangenen 20 Jahre, seine Songs sind nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch von bleibendem kulturellem Wert“, sagte der Hipgnosis-Gründer und frühere Musikmanager Merck Mercuriadis dem Handelsblatt. Die finanziellen Details haben die Beteiligten nicht veröffentlicht. Finanzkreisen zufolge geht es aber um eine Summe von rund 100 Millionen US-Dollar.
Der Timberlake-Deal ist ein weiteres Indiz für den Boom am Markt für Songrechte. Immer mehr Finanzinvestoren hoffen auf lukrative und vor allem stabile Renditen durch Popmusik. Möglich macht das die Entwicklung des Streaminggeschäfts, das aus der Musikindustrie wieder eine Wachstumsbranche gemacht hat. Allerdings warnen die ersten Experten nach einer langen Reihe von spektakulären Deals vor einer Überhitzung des Marktes.