Klimaschutz in der Schifffahrt: Wasserstoff, Wind, Biomasse: Wie Japan den sauberen Ozeanriesen erfindet
Das japanische Unternehmen will den internationalen Wettbewerb bei der klimaneutralen Hochseeschifffahrt gewinnen.
Foto: dpaTokio. Der klimafreundliche Frachter der Zukunft steht in Japan hinter Glas. Der Rumpf des stromlinienförmigen Modells in der Lobby der Großreederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) in Tokio sieht aus wie ein schwarz lackiertes Segel-U-Boot. Auf dem Deck ragen zwölf Masten mit steifen Segeln empor, die das Schiff antreiben sollen. „Wind Hunter“ hat MOL das Konzept genannt.
Der Konzern will einer der ersten Reeder sein, die ihre Flotte dekarbonisieren, also vom Schweröl auf einen kohlenstofffreien Antrieb umsteigen. Bis zu 1,5 Billionen Dollar müssen die Reeder weltweit in den kommenden 30 Jahren in neue Schiffe investieren, um die Seefracht frei von Kohlenstoffemissionen zu machen. Die heutigen Entscheidungen geben dabei den Weg bis 2050 vor, denn die Schiffe der Reeder haben eine Lebenszeit von 15 bis 20 Jahren.
Zuständig für den Umbau hin zur dekarbonisierten Hochseeschifffahrt bei MOL ist Toshiaki Tanaka, Chief Environment and Sustainability Officer. Bis 2024 will MOL 200 Milliarden Yen (circa 1,4 Milliarden Euro) in die Entwicklung von Null-Emissions-Schiffen stecken. Bereits 2027 oder 2028 sollen die ersten emissionsneutralen Schiffe in Dienst genommen werden, bis 2035 will MOL die Emissionen pro gefahrener nautischer Meile um 45 Prozent und bis 2050 auf null senken.