Musterdepot: Die USA dominieren die Nachrichtenlage – und die Märkte
München. Das noch junge Börsenjahr hat bereits in den ersten beiden Wochen eine bemerkenswerte Ereignisdichte entfaltet, sodass die dynamische Entwicklung an den Aktienmärkten eher verwundert.
Während die großen Indizes Höchststände markieren, ist eine bedeutende und interessante Rotation zu beobachten. Die Phase, in der eine kleine Gruppe von Technologieriesen den Markt nahezu im Alleingang nach oben trieb, scheint vorerst vorbei: Mehrere Unternehmen unterschiedlicher Branchen stehen für den Aufwärtstrend. Flankiert wird diese positive Marktbreite jedoch von geopolitischen wie auch innenpolitischen Spannungen, die neue Risikoprämien verlangen und eine sorgfältige, selektive Positionierung unerlässlich machen.
Ein zentrales Thema zum Jahresbeginn ist die Rückkehr der USA in die Rolle eines proaktiven, ressourcenorientierten Hegemons. Aus dem US-Exzeptionalismus der vergangenen Jahre ist zunehmend ein US-Expansionismus geworden. Die Interventionen in Venezuela, die strategischen Ambitionen in Grönland sowie die anhaltenden Spannungen mit dem Iran zeichnen das Bild einer Macht, die ihre geopolitischen Interessen entschlossener vertritt als lange zuvor. Für den US-Kapitalmarkt ist diese Entwicklung grundsätzlich positiv zu bewerten.
Historisch betrachtet korrelieren geopolitische und militärische Stärke der Vereinigten Staaten eng mit einem stabilen Bruttoinlandsprodukt und einem resilienten Aktienmarkt.
Gleichzeitig wurde das Marktsentiment zuletzt durch eine Meldung belastet, die das Vertrauen in die institutionelle Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf die Probe stellt: die Untersuchung des Justizministeriums gegen den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell.
In diesem Umfeld erhöhter Unsicherheit konnte Gold seine Funktion als strategische Absicherung erneut unter Beweis stellen. Innerhalb des Dynamik-Depots hat sich meine Allokation von rund neun Prozent in physischem Gold sowie knapp vier Prozent in Goldminenwerten als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Diese Positionen fungierten als notwendiges Gegengewicht und trugen maßgeblich zur Stabilisierung des Portfolios während der kurzfristigen Turbulenzen bei.
Chancen in China
Trotz der dominanten US-Themen bleibt der Blick in andere Regionen für die Performance des Dynamik-Depots entscheidend. Während viele Anleger China aufgrund politischer Unsicherheiten weiterhin meiden, entwickelt sich mein dortiges Engagement von knapp sieben Prozent des Gesamtvermögens ausgesprochen positiv. Die umfangreichen fiskalischen Impulse der chinesischen Regierung spiegeln sich zunehmend in den Unternehmensfundamentaldaten wider.
Ein ausgewogener Mix aus starkem US-Exposure und gezielten Engagements in unterbewerteten Märkten erscheint mir aktuell als der effizienteste Ansatz, um zusätzliche Erträge zu generieren, ohne dabei die Diversifikation des Dynamik-Depots zu vernachlässigen.
In den nächsten Handelstagen richtet sich der Fokus der Investoren zunehmend auf die beginnende Quartalsberichtssaison. Dies ist folgerichtig, da die Kursgewinne der vergangenen zwei Jahre maßgeblich durch reales Gewinnwachstum untermauert wurden. Besonders aufschlussreich dürfte dabei die Reaktion der großen US-Banken auf die jüngsten politischen Vorstöße der US-Regierung ausfallen, die unter anderem Deckelungen von Kreditkartenzinsen ins Spiel gebracht hat. Hier wird sich zeigen, wie belastbar und anpassungsfähig die Geschäftsmodelle gegenüber direkten regulatorischen Eingriffen tatsächlich sind.
Perspektivisch sehe ich den Energie- und Rohstoffsektor als wichtigen Bereich für die technologische Entwicklung. Die fortschreitende KI-Revolution erfordert enorme energetische Ressourcen sowie umfangreiche physische Infrastruktur, wodurch Rohstoffe zu einer Art Flaschenhals dieses Zyklus werden. Obwohl diese Branchen deutlich weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten als die prominenten Software-Giganten, konnten sie zuletzt spürbare Kursgewinne verzeichnen.
Angesichts der jüngsten Euphorie agiere ich jedoch bewusst geduldig. Das Dynamik-Depot ist bereits substanziell in Energie und Rohstoffe investiert; den weiteren Ausbau spezifischer Teilbereiche plane ich erst, sobald sich nach der aktuellen Übertreibung wieder Einstiegsmöglichkeiten mit einem attraktiveren Risikoprofil ergeben.
Auf diese Weise bleibt das Dynamik-Depot so positioniert, dass es sowohl von technologischen Innovationen als auch von der sich wandelnden geopolitischen Ordnung profitieren kann.