Deutsche Bank-Vizechef im Interview: Karl von Rohr: „Traum von der eigenen Immobilie wird leider schwieriger realisierbar“
„Der Wettbewerb im Einlagengeschäft wird zunehmen.“
Foto: Deutsche BankFrankfurt. Die Deutsche Bank erhöht wenige Tage nach der Rekordzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Festgeldzinsen, kündigt Privatkunden-Vorstand Karl von Rohr im Handelsblatt-Interview an. Von Rohr, der neben Finanzchef James von Moltke auch Vizechef des Instituts ist, räumt aber auch erste Bremsspuren im Wertpapier- und Baufinanzierungsgeschäft ein.
Nachdem im Privatkundengeschäft lange Kostensenkungen im Fokus standen, kündigt der Manager nun auch wieder neue Angebote an: Bis 2024 will die Bank ein digitales Angebot für die Wertpapieranlage an den Markt bringen. In seinem Umgang mit der Greenwashing-Affäre der DWS erkennt von Rohr, der Aufsichtsratschef der Fondstochter ist, keine Fehler.
Lesen Sie hier das Interview mit Karl von Rohr:
Herr von Rohr, die EZB hat ihre Leitzinsen am Donnerstag um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Wie bewerten Sie diesen Schritt?
Ich finde es richtig, dass die EZB den Kampf gegen die Inflation nun entschlossen angeht, denn die hohen Teuerungsraten sind aktuell unser größtes wirtschaftliches Problem. Die hohe Inflation birgt großen sozialen Zündstoff – und eine Eskalation muss unbedingt verhindert werden. Auf der anderen Seite darf man nicht außer Acht lassen, dass auch eine drohende Rezession viele Unternehmen und Bürger belasten wird.