Insolvenzen: Hakle und Görtz könnten Vorboten einer Pleitewelle sein
Der Toilettenpapierhersteller und der Schuhhändler sind insolvent.
Foto: dpa, ImagoDüsseldorf. Hakle und Görtz sind wohl erst der Anfang: Nach den Insolvenzen des Toilettenpapierherstellers und des Schuhhändlers rechnen Fachleute im Konsumsektor mit weiteren Pleiten. „Wir werden mit Sicherheit noch zahlreiche Insolvenzen sehen“, sagte etwa der Handelsexperte und frühere Ebay-Deutschlandchef Stefan Wenzel.
Händler und Markenartikler trifft die Pleitegefahr früher als andere Branchen. So sinken für sie die Einnahmen, weil die Kauflust der Verbraucher infolge der Inflation auf einem Allzeittief ist. Gleichzeitig steigen für die Unternehmen die Kosten für Energie oder Transport stark.
„Das ist eine bedrohliche Mischung, die wohl noch länger anhalten wird“, sagt der handelserfahrene Insolvenzverwalter und Sanierungsberater Andreas Kleinschmidt von der Wirtschaftskanzlei White & Case. „Der Handel ist die Branche, welche die Zurückhaltung der Verbraucher als Erstes und unmittelbar zu spüren bekommt, wodurch es zu weiteren Insolvenzen kommen kann.“
Insolvenzen von Hakle und Görtz durch sinkenden Konsum der Verbraucher
Der Konsumsektor dürfte in Deutschland Vorbote dessen sein, was noch anderen Branchen droht. Während Händler das Konsumtief jeden Abend in der Kasse sehen, arbeiten Firmen in anderen Bereichen der Wirtschaft noch Aufträge ab, die mitunter Monate zurückreichen.