Luftfahrt: Machtprobe bei der Lufthansa – Großaktionär Kühne will mehr als nur ein Mandat im Aufsichtsrat
Bei Europas größter Airline-Gruppe ist nach dem Neustart vieles im Umbruch.
Foto: dpaFrankfurt, Berlin. Klaus-Michael Kühne, Logistikunternehmer und Großaktionär von Lufthansa, gibt sich beim Airline-Konzern nicht nur mit einem Mandat im Aufsichtsrat zufrieden. Er pocht für seinen Vertrauten Karl Gernandt auch auf einen Platz im wichtigen Prüfungsausschuss, wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist. Das habe Kühne bei einem gemeinsamen Treffen mit Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley und Vorstandschef Carsten Spohr deutlich gemacht.
Ein Sprecher von Lufthansa wollte sich zu den Informationen nicht äußern, auch die Kühne Holding sagt nichts zu Interna des Lufthansa-Aufsichtsrats.
Kühne hält 17,5 Prozent an Lufthansa, nach unbestätigten Angaben aus Finanzkreisen kauft er weitere Aktien von Lufthansa auf. Die nächste Meldegrenze liegt bei 20 Prozent. Die Kühne Holding schweigt zu dem Thema.
Bislang hat Gernandt, der auch die Kühne Holding leitet, keinen Sitz im Aufsichtsrat der Lufthansa. Mit dem Aktienpaket im Rücken sind Kühne und Gernandt zu einem Gegengewicht für den machtbewussten Chefkontrolleur Kley geworden. Das weckt in Unternehmenskreisen Zweifel, ob sich dieser im kommenden Jahr noch einmal zur Wahl stellen wird.