Saudi National Bank: Präsident tritt nach Äußerungen zur Credit Suisse zurück
Die Saudi National Bank war 2022 bei der Credit Suisse eingestiegen.
Foto: IMAGO/NurPhotoNew York. Die Krise der Credit Suisse hat zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Betroffen ist allerdings nicht bei der Schweizer Bank selbst, sondern ihr größter Aktionär. Der Präsident der Saudi National Bank, Ammar Al Khudairy, ist zurückgetreten. Er wird durch den CEO der Bank, Saeed Mohammed Al Ghamdi, ersetzt. Das meldete die Bank am Montag.
Al Khudairys Äußerungen hatten kürzlich zu einem massiven Einbruch der Credit-Suisse-Aktie beigetragen. Al Khudairy hatte in einem Interview mit Bloomberg TV vor knapp zwei Wochen auf die Frage, ob die Saudi National Bank weiteres Kapital in die Credit Suisse stecken würde, geantwortet: „Absolut nicht.“
Die Schweizer Bank stürzte daraufhin in beispiellosem Tempo ab, Versuche des Saudis, die Kommentare zu relativieren, liefen ins Leere. Am Ende derselben Woche kündigte UBS an, die Credit Suisse mit Unterstützung der Schweizerischen Nationalbank übernehmen zu wollen.
Nach Credit Suisse Absturz: Al Khudairy rudert zurück
„Der Verwaltungsratspräsident wurde ein Opfer davon, seine offene Meinung zu einem für die Credit Suisse so heiklen Zeitpunkt geäußert zu haben“, so Mohammed Ali Yasin, ein Anlageberater aus dem Emirat Abu Dhabi. „Im Nachhinein, angesichts des Preises, zu dem die UBS die CS übernimmt, war seine Antwort richtig: abwarten, bis die Krise klarer wird.“
In den Tagen nach seinem verhängnisvollen Interview versuchte Al Khudairy, den Markt zu beruhigen. In einem weiteren TV-Auftritt, diesmal bei CNBC, erklärte er die Panik am Markt für „völlig ungerechtfertigt“ und versicherte, es sei „alles in Ordnung“ bei der Credit Suisse.
Tatsächlich war seine Aussage auch schon zuvor mehrfach gefallen und bezog sich vor allem auf die rechtlichen Implikationen einer Erhöhung des Anteils auf über 10%. Dennoch wurden die Kommentare weithin als Wendepunkt für die Überlebenschancen der Credit Suisse angesehen.
Die Saudi National Bank, die sich zu 37 Prozent im Besitz des saudischen Staatsfonds befindet, stieg im Rahmen der Kapitalerhöhung Ende vergangenes Jahr ein. Trotz ihres klingenden Namens ist das Institut nicht die Notenbank des Golf-Königreichs, sondern eine Geschäftsbank. Für ihren 9,9 prozentigen Anteil an der Credit Suisse hat sie rund 1,4 Milliarden Franken gezahlt.