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KommentarJoe Biden hat sich seine zweite Chance verdient

Die Erfolge des US-Präsidenten rechtfertigen eine zweite Amtszeit. Sein Alter sollte ihm dabei nicht im Weg stehen – doch in der Realität spielt es für den Wahlkampf eine entscheidende Rolle.Annett Meiritz 25.04.2023 - 21:08 Uhr
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US-Präsident Biden hat seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit verkündet.

Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Er hat sich Zeit gelassen, jetzt ist es offiziell: US-Präsident Joe Biden tritt zur Wiederwahl an und bewirbt sich auf eine zweite Amtszeit. Aus europäischer Perspektive ist das eine gute Nachricht.

Biden verspricht Stabilität und Verlässlichkeit. Sollten die US-Republikaner erneut Donald Trump für die Präsidentschaftswahlen 2024 aufstellen, hätte Biden gute Chancen, ihn zu besiegen. 

Doch es gibt auch große Risiken für die Demokraten. Mit 80 Jahren ist Biden der älteste Präsident aller Zeiten. Scheidet er aus gesundheitlichen Gründen doch noch aus, wird es für die wahrscheinliche Nachrückerin Kamala Harris schwer, in kurzer Zeit Rückhalt und eine Kampagne aufzubauen.

Wahr ist allerdings auch: Eine wirklich überzeugende Alternative zu Biden gibt es nicht. Biden hat sich diese zweite Chance verdient.

Bei seinem Amtsantritt befand sich die Demokratie der USA in einer großen Krise, die Bilder vom Sturm auf das Kapitol erschütterten die Welt. Vor diesem Hintergrund hat Biden in seiner bisherigen Amtszeit Erstaunliches geleistet.

Ein Fitnesstest vor den Augen der Nation

Biden treibt seine Vision einer starken amerikanischen Mittelklasse und die vom ökologischen Umbau entschlossen voran. Den Ruf der USA als Führungsmacht des Westens hat er wiederhergestellt, gerade im Ukrainekrieg.

Biden bringt also alles mit für eine zweite Amtszeit: Erfahrung, den Rückhalt seiner Partei, eine Reihe von Reformen. Sein größtes Problem bleiben die Zweifel an seiner gesundheitlichen Verfassung.

Biden hält lange Reden ohne Probleme und jettet um den Globus, er spricht gern mit Menschen und schüttelt ihnen die Hand. Gleichzeitig verhaspelt er sich häufig, er nuschelt oder verwechselt Namen. Nicht alles davon ist damit zu erklären, dass er in jungen Jahren Stotterer war.

Im brutalen US-Wahlkampf gibt es keine Schonfrist

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Zwar sollte ein Ü80-Kandidat kein Ausschlusskriterium für das Weiße Haus sein, denn eine Gesellschaft, die Rassismus und Sexismus bekämpfen will, muss auch Altersdiskriminierung abschaffen.

Doch im brutalen US-Wahlkampf gibt es keine Schonfrist. Die eineinhalb Jahre bis zum Wahltag werden für Biden ein permanenter Fitnesstest vor den Augen der Nation sein. Seine politischen Errungenschaften könnten davon überschattet werden.

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