AT1-Papiere: Die risikoreichsten Bankanleihen werden wieder gekauft
Die neue riskante BBVA-Anleihe bietet Zinsen von 8,375 Prozent pro Jahr.
Foto: IMAGO/ZoonarFrankfurt. Der Schrecken hat sich schnell gelegt: Knapp drei Monate nachdem die Credit Suisse überraschend die Besitzer von nachrangigen AT1-Anleihen komplett leer ausgehen ließ, hat sich der Markt wieder erholt. Die Kurse der riskanten Anleihen sind wieder gestiegen, und mit der BBVA und der Bank of Cyprus haben zwei Banken frisches Geld über die speziellen Bonds eingesammelt. Die Strategen des Bankhauses Metzler sprechen gar von einer „Auferstehung“ des AT1-Markts.
Die BBVA hat ihre eine Milliarde Euro schwere AT1-Anleihe mit einem Zinskupon von 8,375 Prozent ausgestattet und bekam dafür Kaufaufträge von drei Milliarden Euro. Das bonitätsmäßig schwächere zypriotische Kreditinstitut Bank of Cyprus bietet sogar 11,875 Prozent Zinsen.
Mit 220 Millionen Euro fiel die Anleihe klein aus, war aber mehr als zehnfach überzeichnet. Beide Anleihen haben eine unendliche Laufzeit, können aber nach frühestens fünf Jahren zurückgezahlt werden.
Am breiten Markt sind im Euro-Raum die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Renditen der AT1-Anleihen von über 15 Prozent nach dem Credit-Suisse-Schock Mitte März auf zuletzt 9,9 Prozent gesunken. Damit liegen die durchschnittlichen Renditen weniger als einen Prozentpunkt über dem Niveau von Anfang März.