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PreisentwicklungInflation zieht in sechs Bundesländern im Juni an

In Folge staatlicher Hilfsmaßnahmen ist der Preisdruck wieder gestiegen. Betroffen sind NRW, Bayer, Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen und Hessen. 29.06.2023 - 11:14 Uhr Artikel anhören

Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt es strikt ab, zur Senkung der Inflation die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel oder in anderen Bereichen wie etwa in Spanien abzusenken.

Foto: IMAGO/photothek

Berlin. Der Preisdruck in Deutschland hat im Juni erstmals seit Jahresbeginn wieder zugenommen. Die Inflationsrate stieg in den sechs maßgeblichen Bundesländern jeweils, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten der Statistischen Landesämter hervorgeht.

In Nordrhein-Westfalen erhöhten sich die Verbraucherpreise um 6,2 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 5,7 Prozent im Mai. Auch in Bayern (6,2 Prozent), Baden-Württemberg (6,9), Brandenburg (6,7) Sachsen (6,8) und Hessen (6,1) lag die Inflationsrate höher als im Mai.

Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine bundesweite Schätzung auf Basis dieser sechs Länderdaten veröffentlichten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 6,3 Prozent, nach 6,1 Prozent im Mai.

„Während die Inflation natürlich weiterhin viel zu hoch ist, sollte dieser Anstieg nicht überbewertet werden“, sagte Ökonom Salomon Fiedler von der Berenberg Bank. „Denn der Hauptreiber im Juni waren Basiseffekte aufgrund der zeitlich begrenzten staatlichen Hilfsmaßnahmen – insbesondere des 9-Euro-Tickets, aber auch des Tankrabatts.“

Die Bundesregierung hatte von Juni bis August 2022 wegen der infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine stark gestiegenen Energiepreise einen Tankrabatt eingeführt, der Benzin und Diesel billiger machte. Zugleich wurde für 90 Tage im ÖPNV ein Ticket für neun Euro pro Monat eingeführt. „Dadurch dürfte die Vorjahresrate von Juni bis August 2023 mehr als einen Prozentpunkt höher liegen, als es ohne diese Maßnahmen der Fall gewesen wäre“, sagte Fiedler.

Mehrwertsteuer bleibt auf gleicher Höhe

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Für die zweite Jahreshälfte rechnen die meisten Analysten mit einer Entspannung bei den Preisen. So dürften sich die gesunkenen Preise für Gas und Öl „zunehmend auch in den Strompreisen widerspiegeln“, sagte BayernLB-Chefökonom Jürgen Michels. „Über den Sommer rechnen wir auch mit einem stärkeren Rückgang der Lebensmittelpreise.“

Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt es strikt ab, zur Senkung der Inflation die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel oder in anderen Bereichen abzusenken - wie etwa in Spanien geschehen. „Ich bin nicht Ihrer Meinung, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer die Inflation dauerhaft bekämpft. Man muss sie später wieder anheben, dann geht es wieder nach oben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“. „Deshalb sage ich ausdrücklich: Das ist nicht der Weg, wie das funktioniert.“ Die Regierung versuche vielmehr, die Lieferketten wieder zu sichern und die Energiepreise zu senken.

rtr
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