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RatingS&P stuft mehrere mittelgroße US-Banken herab und reduziert Ausblicke

Zinswende und Einlagenabflüsse trüben Stimmung und Aussichten der Branche. Eine Herabstufung der Großbanken ist ebenfalls nicht auszuschließen. 22.08.2023 - 15:27 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Druck auf die Branche äußert sich für US-Banken nun auch in gesunkenen Ratings.

Foto: dpa

New York. Die Ratingagentur S&P hat mehrere US-Banken herabgestuft und den Ausblick für weitere Institute gesenkt. Sie folgt damit der Ratingagentur Moody’s, die vor zwei Wochen die Bewertung mehrerer Banken herabsetzte.

Betroffen sind Keycorp, Comerica Inc., Valley National Bancorp, UMB Financial Corp. und die Associated Banc-Corp, teilte S&P am Montag (Ortszeit) mit. Grund für die schlechtere Bewertung seien die Auswirkung höherer Zinsraten sowie Bewegungen bei den Einlagen. Ihren Ausblick für die River City Bank und die S&T Bank korrigierte S&P auf negativ, der Ausblick für Zions Bancorp bleibe nach der Überprüfung negativ.

Viele Anleger hätten „ihre Einlagen auf höher verzinste Konten umgeschichtet und dadurch die Finanzierungskosten der Banken erhöht“, schrieb S&P. Durch den Einlagenabfluss sei die Liquidität vieler Institute unter Druck geraten, während gleichzeitig der Wert ihrer Sicherheiten gefallen sei, der aber einen großen Teil ihrer Liquidität ausmache.

Auch durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve geraten viele kleine und mittelgroße Banken unter Druck. Sie haben sich seit Jahren kaum darum bemüht, neue Kunden anzuwerben, mit deren Einlagen sie Kredite und andere Vermögenswerte in ihren Büchern finanzieren können.

Nun nutzen Privatkunden und Unternehmen vielfach die Möglichkeit, anderswo mehr Zinsen für ihr Kapital zu erhalten. Einlagen, auf die Bankkunden keine Zinsen erhalten, haben in den vergangenen fünf Quartalen 23 Prozent ihres Volumens verloren, berichtet S&P.

Unrealisierte Verluste von 550 Milliarden Dollar

Diesen Einlagenabfluss können Banken entweder mit teureren Finanzierungen ausgleichen, beispielsweise in Form von Einlagen, die sie über entsprechende Plattformen einsammeln. Oder sie verkaufen Vermögenswerte, die in Zeiten niedriger Zinsen aufgelegt wurden und nun an Wert verloren haben. Die Folge beider Strategien: geringere Erträge.

Die staatlich versicherten US-Banken säßen zur Jahresmitte auf unrealisierten Verlusten in Höhe von 550 Milliarden Dollar, berichtete S&P. Die Vermögenswerte seien bereit zum Verkauf, würden aber dennoch bis zu ihrer Fälligkeit gehalten.

Auch Großbanken droht Herabstufung

Moody’s hatte bereits vor zwei Wochen die Kreditratings für zehn US-Banken gesenkt. Die Ratingagentur warnte, dass es auch weitere Banken treffen könne, da der Druck auf die Branche zunehme.

Der US-Bankenindex KBW hat seitdem sieben Prozent verloren. Er notiert nun nahe seiner schlechtesten Monatsperformance seit März, als der Zusammenbruch mehrerer US-Regionalbanken zu einem Ausverkauf der Branchentitel führte.

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Die Ratingagentur Fitch hat ebenfalls davor gewarnt, dass US-Großbanken eine Herabstufung drohe. Ein Fitch-Analyst hatte Mitte August im Interview mit dem US-Sender CNBC gesagt, dass seine Agentur erwäge, die Bewertung der großen Finanzhäuser der Wall Street zu senken.

Die Bonitätsnote für den gesamten Bankensektor hatte Fitch bereits im Juni herabgesetzt. Da keine einzelnen Banken betroffen waren, blieb sie aber bei den Anlegern weitgehend unbemerkt.

kms, Bloo
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