Schmutziges Gold: „Solange sie wissen, dass Gold im Boden ist, werden sie danach graben“
Schätzungen zufolge stammen 20 bis 25 Prozent des Goldes aus dem Kleinbergbau.
Foto: Reuters, Bloomberg, Getty ImagesFrankfurt. Der Weg zur Goldraffinerie von Argor-Heraeus führt durch die Schweizer Alpen. Hohe, mächtige Berge bauen sich über dem Gebäudekomplex auf, der mit seinen dicken, hellgrauen Mauern wie eine Festung wirkt. Goldlieferungen müssen durch eine separate Sicherheitsschleuse, ein großes Rolltor. Ab da nimmt das Gold seinen Weg über verschiedene Fertigungsstufen in mehreren Hallen, verbunden durch ein Labyrinth aus Gängen.
Doch was nun so klingt wie die düstere Szenerie eines Bond-Films, sieht von innen ganz anders aus: Die Fertigungshallen sind hell und sauber, alles wirkt familiär. Der Co-Chef der Raffinerie, Robin Kolvenbach, begrüßt beim Rundgang die Mitarbeiter auf Italienisch, führt kurzen Smalltalk mit ihnen. Die italienische Sprache habe er direkt angefangen zu lernen, als klar war, dass er seinen Co-CEO-Posten in Mendrisio antreten würde.
Der Arbeitsalltag von Kolvenbach und seinen Angestellten steht in starkem Kontrast zum Alltag in den Minen der großen Goldförderer, die die europäischen Raffinerien hauptsächlich beliefern. Die Arbeit in den Minen ist anstrengend und schmutzig, aber zumindest sind die Bergbaukonzerne meist börsennotiert und somit ansatzweise reguliert. Weitaus dramatischer ist die Lage im Kleinbergbau. Schätzungen zufolge stammen 20 bis 25 Prozent des Goldes dorther. In den Lagerstätten, die meist für den industriellen Bergbau ungeeignet sind, arbeiten Menschen unter ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Oft sind auch Kinder darunter.