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GoldChina will seine Macht am internationalen Goldmarkt ausbauen

Künftig sollen befreundete Staaten ihre Goldreserven in Tresoren der chinesischen Zentralbank lagern dürfen. Das könnte den US-Dollar in seiner Funktion als Leitwährung weiter schwächen.Judith Henke 29.09.2025 - 15:00 Uhr Artikel anhören
Die chinesische Zentralbank: Hier sollen künftig auch befreundete Staaten ihr Gold lagern. Foto: Visual China Group/Getty Images

Frankfurt. Chinas Notenbank will befreundete Staaten dafür gewinnen, ihr Gold in der Volksrepublik zu lagern. Damit will China, das zugleich der weltweit größte Goldproduzent ist, seine Position am internationalen Goldmarkt stärken und die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Dollar und westlichen Finanzzentren schwächen. Das berichtet Bloomberg.

Der Finanznachrichtendienst beruft sich dabei auf Insider, offiziell wollten sich weder die People's Bank of China (PBOC) noch die Shanghai Gold Exchange (SGE) zum Thema äußern. Zur SGE, Chinas größter Edelmetallbörse, gehören die Tresore, in der die ausländischen Reserven künftig eingelagert werden sollen.

Bloomberg zufolge sollen die Planungen der Notenbank PBOC schon seit einigen Monaten laufen. Mindestens ein Staat in Südostasien habe bereits Interesse gezeigt, heißt es.

Hintergrund der Idee: Seit 2022 kaufen Zentralbanken jährlich mehr als doppelt so viel Gold wie in den zehn Jahren zuvor und gehören damit zu den maßgeblichen Treibern des Preises für das Edelmetall auf immer neue Rekordhöhen. Vor allem nicht-westliche Zentralbanken, darunter auch China, decken sich mit Gold ein.

Notenbanken wollen weniger abhängig vom US-Dollar sein

Der Grund: Die Notenbanken wollen den Dollaranteil in ihren Portfolios reduzieren. Als Reaktion auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 haben die USA die Devisenreserven des Aggressors eingefroren. Da aber Russlands Zentralbank einen vergleichsweise hohen Goldanteil im Portfolio hatte, entfalteten diese Sanktionen bisher nicht die erwünschte Wirkung.

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Der Trend zur „Entdollarisierung“ hat sich zwar zuletzt etwas verlangsamt, wie Zahlen des Branchenverbands World Gold Council (WGC) zeigen. Demnach lag die Nachfrage im zweiten Quartal rund ein Fünftel unter dem Vorjahreswert.

Doch langfristig dürften die Käufe weiterhin auf erhöhtem Niveau bleiben, wie auch eine Umfrage des WGC unter 73 Zentralbanken zeigt. 95 Prozent der befragten Institute gehen davon aus, dass die weltweiten Zentralbank-Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten steigen werden. 43 Prozent der Befragten gaben an, in den nächsten zwölf Monaten Gold kaufen zu wollen.

Genau dort will die chinesische Zentralbank nun offenbar ansetzen. Die Notenbank bietet sich mit dem Schritt befreundeten Staaten als sicherer Verwahrer von Gold an.

Goldbarren in der Bundesbank: Deutschland lagert seine Goldreserven vor allem dort, aber auch in den USA und Großbritannien. Foto: IMAGO

Bisher übernehmen die Bank of England sowie die Federal Reserve in den USA oft diese Funktion für andere Staaten. Auch für Deutschland: Mit 51 Prozent liegt zwar der Großteil der Goldreserven in der Bundesbank Frankfurt. Doch rund 37 Prozent der deutschen Goldbestände lagern in den Hochsicherheitstresoren der Fed in New York und rund 13 Prozent werden von der Bank of England in London aufbewahrt.

In London befindet sich zudem mit der LBMA der wichtigste außerbörsliche Handelsplatz für Gold. Die LBMA ist eine private Handelsvereinigung – anders als die SGE in Shanghai, die der chinesischen Notenbank und damit dem Staat untersteht.

Die SGE richtet sich zunächst an inländische, zunehmend aber auch an internationale Investoren und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Chinesische Käufer gehörten vor allem im April, nachdem Trump Zölle gegen China angekündigt hatte, zu den Treibern der Goldrally – sie müssen allerdings wegen staatlicher Importkontrollen oft Aufschläge auf den Londoner Preis zahlen.

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Das will die chinesische Zentralbank nun ändern. Sie hat einen Entwurf veröffentlicht, der unter anderem die Gültigkeit von Importgenehmigungen verlängern soll. Und das ist nicht der einzige Schritt Chinas, um den Goldmarkt zu liberalisieren: So hat die SGE im Juni ihr erstes Goldlager in Hongkong eröffnet und erstmals zwei Terminkontrakte für internationale Investoren auf den Markt gebracht.

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