Konjunktur: Wie die Bürokratie Europas Wirtschaft schwächt
Die hohen Inflationsraten belasten Konsumenten und Wirtschaft.
Foto: BloombergBrüssel. Hohe Inflation, steigende Zinsen, lähmende Bürokratie: Unternehmen leiden unter den ökonomischen Rahmenbedingungen in Europa und beklagen einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Besondere Unruhe herrscht im Mittelstand: In einem Brief an die EU-Kommission schreibt die Stiftung Familienunternehmen und Politik, die Firmen seien „in großer Sorge, weil Europa in seiner wirtschaftlichen Dynamik hinter andere Weltregionen zurückgefallen ist“.
Aktuelle Konjunkturzahlen bestätigen diese Einschätzung: In ihrer Herbstprognose senkte die EU-Kommission am Mittwoch ihre Wachstumserwartungen. Für das laufende Jahr sagt sie nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,6 Prozent voraus – das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Sommer erwartet.
Auch im kommenden Jahr soll die Wirtschaftsleistung langsamer wachsen – um 1,3 statt 1,4 Prozent. Die Bundesrepublik, lange Wachstumstreiber der EU, hinkt auch dem Rest Europas noch hinterher. 2023 wird die deutsche Wirtschaftskraft um 0,3 Prozent schrumpfen und 2023 mit 0,8 Prozent Wachstum erneut zu den Schlusslichtern zählen. Aus Sicht der Unternehmen ist klar: Neben makroökonomischen Faktoren wie Kaufkraftverluste durch hohe Energiepreise ist die europäische Bürokratie ein zentrales Hemmnis im internationalen Wettbewerb mit China und den USA.