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Morning BriefingExodus zu Microsoft – Was von OpenAI übrig bleibt

Christian Rickens 21.11.2023 - 06:15 Uhr Artikel anhören
Handelsblatt Morning Briefing

Stoppschild: Finanzministerium verhängt Sperre über Bundeshaushalt 2023

21.11.2023
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Guten Morgen, sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Bundesregierung schätzt die Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Klimafonds offenbar ernster ein als bisher angenommen. Das Bundesfinanzministerium weitete am Montag die für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) verfügte Haushaltssperre auf nahezu den gesamten Bundeshaushalt aus. Ein entsprechendes Schreiben von Haushalts-Staatssekretär Werner Gatzer (SPD) ging am Montagabend an die Bundesministerien.

„Um weitere Vorbelastungen für künftige Haushaltsjahre zu vermeiden, beabsichtige ich ausgebrachte und noch verfügbare Verpflichtungsermächtigungen mit sofortiger Wirkung zu sperren“, heißt es darin. Ausgenommen sind demnach lediglich Verfassungsorgane wie der Bundespräsident, der Bundestag, der Bundesrat und das Bundesverfassungsgericht. Grund der Sperre: Aufgrund des Urteils ergebe sich „für den Bundeshaushalt die Notwendigkeit der Überprüfung der haushaltswirtschaftlichen Gesamtlage.“

Wie man Assets zügig zu Geld macht, demonstriert derzeit die Regierung in Athen. Bei den Privatisierungen lege Griechenland ein beeindruckendes Tempo vor, schreibt unser Mann vor Ort, Gerd Höhler. Auf der Verkaufsliste für 2024 stehen unter anderem eine 658 Kilometer lange Autobahn, der Flughafen von Athen und der Hafen von Lavrion.

Nach dem Abgang von Gründer Sam Altman steht OpenAI vor großen Herausforderungen.

Foto: picture alliance / Zoonar

Für Headhunter dürfte dieser offene Brief lohnende Lektüre sein. Eine Unterzeichnerliste mit den Namen von über 500 wechselbereiten Beschäftigten der weltweit führenden Firma für Künstliche Intelligenz (KI) – so etwas findet sich nicht alle Tage frei verfügbar im Netz. In dem Brief drohen rund zwei Drittel der Belegschaft von OpenAI ihrem Verwaltungsrat damit, zum Softwarekonzern Microsoft zu wechseln, sollten nicht zwei Bedingungen erfüllt werden:

  • Rücktritt des gesamten Verwaltungsrats.
  • Rückkehr der beiden am Freitag geschassten Topmanager von OpenAI, Sam Altman und Greg Brockman.

Zuvor waren am Sonntagabend Verhandlungen über eine mögliche Rückkehr Altmans als CEO von OpenAI gescheitert. Der hat seit gestern einen neuen Job: Er soll bei Microsoft eine eigene KI-Einheit aufbauen. Sollte ihm nun ein wesentlicher Teil der Belegschaft folgen, wäre das verbleibende OpenAI wenig mehr als eine leere Hülle. Das Unternehmen sei „nichts ohne seine Leute“, schrieb Technologiechefin Mira Murati auf dem Onlinedienst X.

Sie war kurzzeitig zur Nachfolgerin von Altman bei OpenAI ernannt worden, ist diesen Job aber schon wieder los. Nun steht ihr Name ganz oben bei den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Protestbriefs.

Neuer CEO, der dritte innerhalb von vier Tagen, ist Emmett Shear, ehemaliger Chef des Streaming-Portals Twitch. Fraglich allerdings, wie viel und wie viele es für ihn bei OpenAI künftig noch zu führen gibt.

Javier Milei mit Partnerin Fatima Florez: Die Rolle des verantwortungsbewussten Staatsoberhaupts mit Leben füllen.

Foto: AP

Vor drei Jahren war Javier Milei nicht mehr als ein Talkshow-Ökonom, der für seine libertären Thesen, die wilde Haarmähne und wüste Polemik bekannt war. Nun ist der 53-Jährige mit großem Abstand zum nächsten Präsidenten Argentiniens gewählt worden.

Vor allem in den Provinzen stimmten junge Menschen für ihn. Die Botschaft ist eindeutig: Eine ganze Generation Argentiniens verspricht sich von Milei und seinen libertären Rezepten einen Ausweg aus dem seit Jahrzehnten andauernden Niedergang des Landes, das einst zu den reichsten der Erde zählte.

Milei schlägt eine radikale Politik vor: Er will den Dollar als paralleles Zahlungsmittel zulassen, die Staatsausgaben drastisch kürzen und die Preiskontrollen aufheben.

Laut Alexander Busch, Südamerika-Korrespondent des Handelsblatts, besteht das Risiko solch einer Schocktherapie vor allem darin, dass jede der angekündigten Reformen die Krise kurzfristig verschärfen wird: „Eine Dollarisierung ist mit leeren Devisenkassen kaum möglich. Und was es bedeutet, die Staatsausgaben zusammenzustreichen, wenn schon jetzt 40 Prozent der Argentinier in Armut leben, dürfte jedem klar sein. Die oftmals staatlich regulierten Preise werden in der kurzen Frist in die Höhe schießen.“

In einem Portrait bringt Ihnen Busch zudem das Polit-Phänomen Milei näher – inklusive seiner fünf geklonten Hunde, von denen einer den Namen Milton Friedman trägt.

Naja, mag der langjährige Handelsblatt-Leser denken. Hauptsache das Biest heißt nicht Karl Marx.

Ich wünsche Ihnen einen freisinnigen Tag.

Herzliche Grüße

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Ihr Christian Rickens

Textchef Handelsblatt

PS: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimafonds fehlen der Ampelkoalition Milliardensummen. Wie sollte die Koalition die Finanzierung des Bundeshaushalts sichern? Sollte sie die Schuldenbremse aussetzen – oder die Sozialausgaben kürzen? Und wie könnte es nun mit der Klimapolitik der Ampelkoalition weitergehen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in fünf Sätzen an forum@handelsblatt.com. Ausgewählte Beiträge veröffentlichen wir mit Namensnennung am Donnerstag gedruckt und online.

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