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Opferzahl steigt weiterMindestens 17 Tote bei neuem Beben in Italien

Die Zahl der Todesopfer nach dem neuerlichen Erdbeben in Norditalien steigt weiter: Mindestens 17 Menschen sind ums Leben bekommen, rund 200 sind verletzt. 30.05.2012 - 04:04 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Mirandola. Der Norden Italiens kommt nicht zur Ruhe: Bereits zum zweiten Mal in diesem Monat ist die Region am Dienstag von schweren Erdbeben heimgesucht worden. Mindestens 17 Menschen kamen dabei nach Angaben von Rettungskräften und Journalisten ums Leben. Ministerpräsident Mario Monti kündigte in einer eilig einberufenen Pressekonferenz ein rasches Handeln an. Derweil wurde das Freundschaftsspiel zwischen den Fußballnationalmannschaften von Italien und Luxemburg in Parma abgesagt.

Der Erdstoß der Stärke 5,8 brachte Fabriken und Kirchen in einer Region zum Einsturz, die noch immer mit den Folgen des letzten Bebens zu kämpfen hat. Rund 350 Menschen wurden verletzt, mindestens sieben weitere galten als vermisst. Die Zahl der Obdachlosen in der Region stieg der Zivilschutzbehörde zufolge auf 14.000. Rettungskräfte durchkämmten die Trümmerhaufen nach Opfern. Zuletzt bargen sie nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AP in der Stadt Mendolla die Leichen von zwei Arbeitern in einer eingestürzten Fabrik. Medienberichten zufolge wurde eine Frau zwölf Stunden nach dem Beben aus den Trümmern gerettet.

Das erste Erdbeben ereignete sich laut US-Erdbebenwarte um neun Uhr morgens. Das Epizentrum lag rund 40 Kilometer nordwestlich der italienischen Stadt Bologna. Als Vorsichtsmaßnahme wurden am Dienstag Schulen und Geschäfte in der Gegend kurzzeitig evakuiert. Mittags erreichten zwei weitere Beben in der Region Stärken von über 5,0, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Eine eingestürzte Halle nach dem Beben in Norditalien vor rund einer Woche.

Foto: dpa

"Ich rasierte mich gerade und rannte halb nackt heraus", sagte ein Bewohner von Sant' Agostino. Das bei dem Erdbeben vom 20. Mai verwüstete Rathaus der Stadt fiel bei den neuerlichen Erdstößen in sich zusammen.

Das Beben war auch in der nordwestlichen Stadt Piemont und in Venedig im Nordosten des Landes zu spüren. Wie bei dem letzten Erdbeben handelte es sich auch diesmal bei vielen der Opfer um Arbeiter, die beim Einsturz ihrer Fabriken ums Leben kamen.

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Unterdessen wurde das Freundschaftsspiel zwischen den Fußballnationalmannschaften von Italien und Luxemburg in Parma abgesagt. Aus Sicherheitsgründen war das Teamhotel am Morgen kurzfristig evakuiert worden. Das Spiel hatte der Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine dienen sollen. "In Anbetracht der Opfer und der anhaltenden Beben erschien es uns nicht recht, das Spiel weiterzuverfolgen", sagte der Gouverneur der Provinz Parma, Vincenzo Bernazzoli.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti erklärte, die Regierung werde so schnell wie möglich alles in ihrer Macht stehende tun, "um die Wiederaufnahme des normalen Lebens in dieser für Italien so besonderen, so wichtigen und so produktiven Gegend zu garantieren". Zum Zeitpunkt des Erdbebens habe er sich gerade mit Vertretern der Katastrophenschutzbehörden in Rom getroffen, um über das Ausmaß des Erdbebens vor rund einer Woche zu reden, sagte Monti. Damals waren bei einem Beben der Stärke 6,0 in derselben Gegend sieben Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 7.000 Menschen wurden obdachlos.


dapd, rtr
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