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Vertrag läuft ausBerentzen tauscht Pepsi gegen Sinalco

Seit 1960 produziert der Schnapshersteller Berentzen Cola im Auftrag von Pepsi. Damit ist bald Schluss. Ein anderer Brause-Hersteller springt in die Bresche und verhindert so einen größeren Stellenabbau.Martin Dowideit 21.01.2014 - 13:29 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Pepsi-Palette: Die Limonade kommt künftig von Radeberger statt Berentzen und anderen Konzessionären.

Foto: ap

Düsseldorf. Der Schnapsbrenner Berentzen hat eine Stütze für sein Geschäft mit alkoholfreien Getränken gefunden: Statt Pepsi-Cola hat die Tochter Vivaris künftig Sinalco im Angebot. Damit endet eine mehr als fünfzigjährige Partnerschaft. Seit 1960 hatte Berentzen Pepsi-Cola vertrieben, zuletzt in elf Bundesländern. An zwei Standorten füllte Berentzen die verschiedenen Limonaden des US-Konzerns ab.

Zum Ende des Jahres 2015 sollte der Vertrag mit Pepsi auslaufen, jetzt wird das Aus ein Jahr vorgezogen auf Ende 2014. Gleichzeitig zahlt Pepsi eine Entschädigung in „mittlerer siebenstelliger Höhe“. Die Lohnabfüllung im Auftrag bleibt im brandenburgischen Grüneberg aber bestehen. Der zweite Vivaris-Betrieb produziert am Berentzen-Sitz in Haselünne künftig keine amerikanische Cola mehr, dafür aber Sinalco. Die Existenz beider Standorte sei jetzt weiterhin gesichert, so Berentzen.

Wo Spirituosen beliebt sind
Die Heimat des Kartoffelschnaps ist und bleibt Russland. Mit einem Marktanteil von 45 Prozent wird nirgendwo mehr Wodka getrunken. Auf Platz 2 landen die USA mit 13,2 Prozent. Dahinter landen die Ukraine (8,1 Prozent), Polen (6,2 Prozent) und Uzbekistan (2,8 Prozent).
Der mit Abstand größte Whiskymarkt der Welt ist mittlerweile Indien. 46,7 Prozent der Weltproduktion werden auf der indischen Halbinsel konsumiert. Die USA landen mit 14,4 Prozent auf dem zweiten Platz. Es folgen Frankreich (4,8 Prozent), Japan (3,4 Prozent) und Großbritannien (2,5 Prozent).
Auch beim Brandy landen die Inder auf dem ersten Platz. Mit einem Marktanteil von 26,7 Prozent ist der Abstand hier allerdings weniger deutlich. Dahinter landen die Philippinen (16,1 Prozent), Russland (7,4 Prozent), die USA (6,3 Prozent) und Brasilien (4,7 Prozent).
Das einstige Lieblingsgetränk der verstorbenen Queen Mum ist nirgendwo so beliebt wie auf den Philippinen. Mit einem Marktanteil von 36 Prozent konsumiert das südostasiatische Land den größten Teil der Weltproduktion. Andere Länder, in denen der Wacholderschnaps häufig getrunken wird: USA (21,2 Prozent), Spanien (6,6 Prozent), Großbritannien (5,1 Prozent) und Indien (4,3 Prozent).
Mexiko, die Heimat des Agavenschnapses, landet mit 33,6 Prozent nur auf dem zweiten Platz. Mehr als die Hälfte der Weltproduktion konsumiert dagegen der reiche Nachbar im Norden, die USA (50,2 Prozent). Dahinter landen: Russland (1,5 Prozent), Deutschland (1,5 Prozent) und Kanada (1,1 Prozent).
Das karibische Lebensgefühl von Bacardi und Havanna Club sind längst ein Exportschlager. Mit Abstand der größte Teil der Weltproduktion geht nach Indien (Marktanteil: 31,8 Prozent). Ebenfalls beliebt ist der Zuckerrohrschnaps in den USA (15,8 Prozent), den Philippinen (10,9 Prozent), Kuba (4,1 Prozent) und Spanien (3,0 Prozent).

In die von Pepsi aufgerissene Lücke springt Sinalco, der mittelständische Getränkehersteller aus Duisburg. Das Unternehmen erhoffe sich einen Absatzanstieg in der Gastronomie. Etliche Betriebe im Vivaris-Vertriebsgebiet dürften von Pepsi auf Sinalco umstellen, so ein Sprecher.

Über die finanziellen Details des Vertrags gaben weder Berentzen noch Sinalco am Dienstag Auskunft. „Das Drei-Säulen-Konzept aus Konzession, Entwicklung der eigenen Marken und Lohnfüllung stellt Vivaris breit und sicher auf“, sagte Berentzen-Chef Frank Schübel. Die Einigung mit beiden Marken bedeute leicht reduzierte Umsätze, aber weiterhin einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis, ergänzte ein Sprecher.

Deutschlands größte Getränkehersteller
PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012
Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.
Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.
AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.
Radeberger - 13 Millionen Hektoliter Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.
Bitburger- 14 Millionen Hektoliter Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.
Schäff-Gruppe - 19 Millionen HektoliterDas Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.
Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.
Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen HektoliterDie 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.
Coca-Cola - 36,5 Millionen HektoliterDer rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Im Juni 2013 hatte Pepsi die regionalen Konzessionäre mit der Entscheidung überrascht, deutschlandweit nur noch auf einen Partner zu setzen. Der Beschluss sei ein „Schock“ gewesen, so Berentzen. Den Zuschlag für den Pepsi-Vertrieb an Gaststätten erhielt die Radeberger Gruppe, die zum Lebensmittel-Riesen Oetker gehört.

Für Berentzen kam die Kündigung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im ersten Halbjahr 2013 hatte das Unternehmen operativ gerade so einen Gewinn machen können. Die Kündigung brachte Abschreibungen mit sich und so gab es zunächst einen Verlust zu verkraften. Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr 2013 ein Minus in Höhe von 5,7 Millionen Euro.

Berentzen kämpft schon lange mit einem Rückgang der Nachfrage nach Spirituosen. Die Eignerfamilien hatten 2008 die Firma mehrheitlich an den Finanzinvestor Aurelius verkauft. Der sanierte den Betrieb und baute kräftig Stellen ab – von 700 auf 500. Das Geschäft mit alkoholfreien Getränken steuert etwa ein Drittel zum Umsatz bei und sollte eigentlich die Probleme beim Schnapsabsatz abfedern.

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Der Sinalco-Deal bringt jetzt Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm kommen wird, wie zunächst befürchtet. Die Anleger zeigten sich am Dienstag jedenfalls positiv überrascht. Die Aktie legte am Vormittag um fast fünf Prozent auf zwischenzeitlich 4,88 Euro zu.

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