Moët Hennessy: LVMH weitet Kooperation in der Formel 1 aus – mit alkoholfreiem Sekt
Düsseldorf. Champagner hat in der Formel eine lange Tradition auf dem Siegerpodest. Für Zuschauer, die nach dem Rennen selbst nach Hause fahren möchten, ist das jedoch nicht ideal. Moët Hennessy, dessen Schaumwein sich die Fahrer auf dem Podium erfreuen, bietet nun auch alkoholfreien Sekt für die höchste Rennserie im Motorsport an. Die Partnerschaft mit der Formel 1 gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.
Die französische Marke French Bloom wird in allen Paddock Clubs, der F1-Garage und anderen Orten bei jedem Rennen serviert. Die Vereinbarung ist Teil eines zehnjährigen Sponsoringvertrags mit der Muttergesellschaft LVMH – der Louis Vuitton Moët Hennessy SE.
Moët Hennessy, die Wein- und Spirituosensparte von LVMH, erwarb im Oktober 2024 eine Minderheitsbeteiligung an French Bloom. Zusammen wollen die beiden Unternehmen alkoholfreie Schaumweine weiterentwickeln und international im alkoholfreien Luxusmarkt etablieren. Das französische Weinhaus verwendet entalkoholisierten Chardonnay und Pinot Noir, um unter anderem Le Blanc, Le Rosé und L’Extra Brut herzustellen, und verkauft seine Produkte in mehr als 60 Ländern.
„Als wir 2021 unsere ersten Cuvées auf den Markt brachten, hätte wohl keiner von uns im Gründungsteam jemals gedacht, dass wir diese Ankündigung gemeinsam mit der Formel 1 machen würden“, sagt Maggie Frerejean-Taittinger, die French Bloom 2019 gemeinsam mit dem Model Constance Jablonski gegründet hatte. „Aber in den letzten Jahren hat sich sowohl im Sport als auch im Bereich der alkoholfreien Getränke so viel getan.“
Umsatz mit alkoholfreien Getränken steigt
Allein in den USA stieg der Umsatz mit alkoholfreien Getränken laut NeilsenIQ im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 199 Millionen US-Dollar, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Es wird erwartet, dass die Branche bis 2033 weltweit einen Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar erreichen wird – angetrieben durch die steigende Zahl von Konsumenten, die je nach Anlass alkoholische oder alkoholfreie Getränke zu sich nehmen. Sowie durch die Generation Z, die immer weniger Alkohol konsumiert.
„Als wir French Bloom entwickelt haben, dachten wir zunächst, dass es für schwangere Frauen oder die abstinente Gemeinschaft gedacht sein würde“, sagt Frerejean-Taittinger laut Bloomberg. „Damit lagen wir völlig falsch. Unsere Kunden kommen aus allen Gesellschaftsschichten – sie trinken nur etwas weniger.“
Kein Wunder, dass immer mehr Getränkehersteller in den Motorsport einsteigen. Sie machen darin einen Markt aus, da Autorennen und Rallyes oft feierlichen Charakter haben, wenngleich sie durch einen Mangel an alkoholfreien Optionen eingeschränkt sind.
Im Juni ging Tom Hollands Bero, ein Bier mit null Prozent Alkoholgehalt, eine Partnerschaft mit Aston Martin bei den 24 Stunden von Le Mans ein. Zwei Monate später stellte der siebenfache Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton Almave Humo vor, eine alkoholfreie Alternative der mexikanischen Spirituose Mezcal. Die Scuderia Ferrari kooperiert mit dem alkoholfreien Bier von Peroni, die Formel 1 mit dem alkoholfreien Bier von Heineken.
Ein weiterer Anreiz für Getränkehersteller ist, dass Rennserien immer häufiger in Ländern stattfinden, in denen Alkohol verboten ist. Die Formel 1 fährt beispielsweise in Saudi-Arabien.