Luxus: Ohne Logo zum Erfolg – das Geheimnis der Modemarke Luca Faloni
Bergamo. Bis aus 17 Einzelteilen ein 185-Euro-Hemd wird, braucht es gut eine Stunde – und die Hände von knapp 30 Frauen. Sie nähen mit ihren Maschinen Kragen, Knöpfe, Ärmel, bügeln, schneiden Fäden ab: Jede Dame macht hier einen über Jahre perfektionierten Spezialschnitt.
Die Manufaktur südwestlich von Bergamo ist einer der typischen Familienbetriebe, von denen es hier im Norden Italiens Tausende gibt.
Seit 40 Jahren produzieren Maria Moretti und ihr Mann Leinenhemden. Vor sieben Jahren kam plötzlich ein junger Gründer in ihr Leben, den damals niemand auf dem Schirm hatte – und der heute ihr größter Auftraggeber ist: Luca Faloni.
Der gebürtige Turiner, der mit Anfang 20 seinen Wirtschafts-Master in London machte und dort bei Bain & Co. Unternehmensberater wurde, ist der Shootingstar der italienischen Modewelt. Innerhalb von zehn Jahren hat Luca Faloni seine namensgleiche Herrenmarke aufgebaut, die heute 250.000 Stücke pro Jahr verkauft und 2024 einen Umsatz von 36 Millionen Euro machte – vor allem mit Leinenhemden, Kaschmirpullovern und Lederwaren.