Circular Economy: Kreislaufwirtschaft als Geschäftsmodell – Vom Pflichtprogramm zur Chance
Düsseldorf. Die Wirtschaft steht vor einem Paradigmenwechsel: weg von der linearen Produktion hin zu echten Kreisläufen. Doch wo viele Unternehmen und ihre Entscheider hohen Aufwand und Mehrkosten durch Gesetze, Berichtspflichten und Compliance füchten, schlummern auch Chancen. Laut Eurostat werden in der EU derzeit nur rund zwölf Prozent der eingesetzten Materialien wiederverwendet – der Großteil landet weiterhin im Abfall. Gleichzeitig wächst der Markt für Kreislaufwirtschaft rasant: Er liegt aktuell bei etwa 590 Milliarden Euro und könnte bis 2034 auf über zwei Billionen Euro anwachsen. Wer also nur in Pflichten denkt, übersieht die eigentliche Chance: Kreislaufwirtschaft ist kein Kostentreiber, sondern ein Zukunftsmarkt.
Vor allem der Industriestandort Deutschland muss sich nachhaltig transformieren, wie das Beispiel der Chemiebranche zeigt. In Nordrhein-Westfalen ist der Plastik- und Werkstoffhersteller Covestro großflächig angesiedelt. 2024 erzielte das Unternehmen weltweit einen Umsatz von rund 14,2 Mrd. Euro und beschäftigte über 17.000 Vollzeitkräfte. Die emittierten Treibhausgasemissionen aus Produktion und Energieverbrauch (Scope 1 und Scope 2) betrugen rund 4,7 Millionen Tonnen. Vor diesem Hintergrund will Covestro bis Ende 2035 an allen relevanten Standorten klimaneutral werden, betont Andreas Binder, Head of Sustainability Transformation & Business Building Group Innovation & Sustainability bei Covestro. „Natürlich gelingt uns das nicht allein, sondern nur durch strategische und ehrliche Partnerschaften“.
Treiber dieses Wandels ist die Digitalisierung gepaart mit kreislauffähigen Werkstoffen. In über 20 Forschungsprojekten arbeitet Covestro bereits an chemischem Recycling und Materialkreisläufen. Damit wird ökologische Verantwortung zu einem Wachstumsmotor: Produkte sollen nicht nur nachhaltig, sondern auch profitabel sein.
Deloitte bringt hier das strategische und technologische Rückgrat ein. Eine eigene Analyse zeigte: Bei richtiger Umsetzung können digitale Transformationsmaßnahmen für Unternehmen im globalen Fortune-500-Umfeld bis zu 1,1 Milliarden Euro an zusätzlicher Marktkapitalisierung freisetzen – falsch kombiniert können aber über auch 1,4 Milliarden Euro verloren gehen. Amadeus Petzke, Partner sowie Leiter Pricing und Monetarisierung bei Monitor Deloitte warnt daher: „Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind kein Reputationsprojekt, sondern zentraler Bestandteil wirtschaftlicher Performance. Und nur durch Partnerschaften gelingt diese Transformation.“
Amadeus Petzke und Andreas Binder erläutern in dieser Podcastfolge ‘So klingt Wirtschaft‘,…
- wie Unternehmen diesen Wandel aktiv gestalten,
- worauf sie achten sollten
- und welche Rolle strategische Partnerschaften dabei im Detail spielen.
