Green Claims: Greenwashing-Vorwürfe vermeiden – Nachhaltigkeit überzeugend kommunizieren
Düsseldorf. Das Vertrauen der Verbraucher in die Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen steht auf wackligen Beinen. Julia Müller, Head of Sustainable Futures des Beratungsunternehmens Capgemini Invent in Deutschland, erklärt in der neuen Folge von „So klingt Wirtschaft“, warum immer mehr Menschen Unternehmen Greenwashing vorwerfen – und wie sie diesem Vorwurf vermeiden können.
Laut der Capgemini-Studie A World in Balance ist der Anteil derjenigen, die Unternehmen des Greenwashings bezichtigen, in nur einem Jahr von 30 Prozent auf über 50 Prozent gestiegen. Doch warum? Müller erläutert im Gespräch, dass Begriffe wie „klimaneutral“ oder „grün“ häufig inflationär als Marketinginstrument genutzt werden, ohne dass die dahinterstehenden Maßnahmen dies tatsächlich rechtfertigen. Dies schürt Misstrauen und schadet nicht nur der Glaubwürdigkeit der Unternehmen, sondern gefährdet auch die nachhaltige Transformation der Wirtschaft.
Der Teufelskreis des Schweigens
Doch nicht nur zu viele Green Claims, sondern auch das Gegenteil, das sogenannte Green Hushing, sorgt für Probleme. Unternehmen kommunizieren aus Angst vor öffentlichen Vorwürfen gar nicht mehr über ihre Nachhaltigkeitsstrategien – und verpassen so wertvolle Wettbewerbsvorteile. Das Misstrauen wächst weiter, denn Transparenz bleibt auf der Strecke.
Die drei wichtigsten Take-aways:
Authentizität und Transparenz sind entscheidend, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Unternehmen müssen ehrlich über ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen kommunizieren – und zwar mit Daten, nicht nur mit Marketing-Slogans.
Verstecken hilft nicht: Unternehmen, die aus Angst vor Greenwashing-Vorwürfen gar nichts kommunizieren, laufen Gefahr, Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsvorteile zu verlieren.
Technologie nutzen: Blockchain und andere Tools können dazu beitragen, die Transparenz der Lieferkette zu verbessern und Verbrauchern klare Belege für Nachhaltigkeit zu liefern.
