Industriekultur: Fensterblick auf die Hochöfen der Klöckner-Werke
Düsseldorf. Das Bild „Kind vor Hochofen“ ist ein ganz besonderes Kunstwerk. Für Conrad Felixmüller, der es 1927 malte; für die Industriekultur in Nordrhein-Westfalen und für das LVR-Landesmuseum. Das Bonner Haus konnte das bedeutende Gemälde kürzlich mithilfe von Stiftern und Förderern erwerben.
Das Hochformat zeigt einen sechsjährigen Knaben, der auf die imposante Industrieanlage der „Hasper Hütte“ blickt. „Auf einzigartige Weise verbindet Felixmüller in dem Bild das neusachliche Kinderporträt mit einer expressionistischen Industriedarstellung“, schreibt das LVR-Landesmuseum in einer Pressemitteilung. „Auf engem Raum werden verschiedene Lebens- und Arbeitswelten sichtbar, von der bürgerlichen Wohnung über die benachbarten Wohnhäuser und Gärten bis zur Kohlenbahn und den Hochöfen im Hintergrund.“
Hier die behütete Lebenswelt des Kindes Ludwig Wulf, dort die alles beherrschende Hochofenanlage. 1927 verbrachte Felixmüller drei Wochen in Hagen-Haspe als Gast der Familie von Eckart Wulf, dem Direktor der dortigen Oberrealschule.
Jahrzehnte später erwarb Ludwig Wulf das Gemälde von Felixmüller. Im August 2023 hatte es der Kunsthandel Senger in Bamberg während der Kunst- und Antiquitätenwochen zum Kauf angeboten. In der künftigen Dauerausstellung „Welt im Wandel“ soll das vielschichtige Bild einen Ehrenplatz erhalten.