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Abdulrazak GurnahLiteraturnobelpreis geht an Autor aus Tansania

Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Damit überrascht das Nobelpreiskomitee einmal mehr.Claudia Panster 07.10.2021 - 14:29 Uhr Artikel anhören

Der tansanische Autor erhält den Literaturnobelpreis 2021.

Foto: B. Cannarsa/Opale/Leemage/laif

Düsseldorf. Abdulrazak Gurnah erhält den Preis „für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten“, wie der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, bei der Bekanntgabe sagte.

Gurnah, Jahrgang 1948, lebt in Großbritannien. An der University of Kent, wo er 1982 promovierte, lehrte er bis zu seiner kürzlich erfolgten Pensionierung Englische und Postkoloniale Literatur. Sein vierter Roman „Paradise“ von 1994 (auf deutsch: „Das verlorene Paradies“) brachte ihm den Durchbruch als Schriftsteller. Es ist ein Buch über eine Welt im Übergang, in der der junge Held des Romans, Yusuf, einen Garten pflegt, der das Paradies sein könnte, wären da nicht die Menschen, die ihn betreten. Sein bislang letztes Werk, „Afterlives“, stammt aus dem Jahr 2020.

Der Nobelpreis für Literatur gilt als die prestigeträchtigste literarische Auszeichnung der Welt. Der Preis geht wie die weiteren traditionellen Nobelpreise auf das Testament des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. 1901 war er zum ersten Mal verliehen worden, damals an den Franzosen Sully Prudhomme.

Der frisch gekürte Preisträger Gurnah konnte erst überhaupt nicht glauben, dass er mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wird. „Ich dachte, das wäre ein Streich. Dachte ich wirklich“, sagte der tansanische Schriftsteller in einem auf dem Twitter-Kanal der Nobelpreise veröffentlichten Interview zu dem Moment, als er am Donnerstagvormittag von der Schwedischen Akademie angerufen wurde.

Seine Bücher sind auf Deutsch derzeit nicht lieferbar

Als der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, weiter mit ruhiger Stimme gesprochen habe, sei die Nachricht langsam angekommen. „Das war überhaupt nichts, was ich im Sinn hatte. Ich habe nur gedacht: Wer wird ihn bekommen?“

Während des Interviews klingelte sein Telefon - die BBC war dran. Dem britischen Sender sagte er, es sei „brillant und wundervoll“, mit dem Literaturnobelpreis geehrt zu werden. „Das war solch eine völlige Überraschung, dass ich wirklich warten musste, bis ich die Bekanntgabe gehört habe, bevor ich es glauben konnte.“

Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den Tansanier Abdulrazak Gurnah. Der Autor durchdringe die Auswirkungen des Kolonialismus und das Schicksal von Flüchtlingen auf „kompromisslose und mitfühlende Weise“, sagte das Nobelkomitee.

Auch sonst hatte mit Gurnah wohl niemand gerechnet. Die fünf auf Deutsch übersetzten Bücher des diesjährigen Literaturnobelpreis-Trägers sind denn auch in Deutschland derzeit nicht lieferbar. Dabei handelt es sich um die Romane „Das verlorene Paradies“ (Frankfurt am Main 1996, engl. „Paradise“), „Donnernde Stille“ (München 2000, engl. „Admiring Silence“), „Ferne Gestade“ (München 2002, engl. „By the Sea“), „Schwarz auf Weiß“ (München 2004, engl.: „Pilgrims Way“) sowie „Die Abtrünnigen“ (Berlin 2006, engl. „Desertion“).

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Mit Agenturmaterial

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