Berkshire Hathaway: So sichert Warren Buffett den Erfolg für die Zukunft
Omaha. Warren Buffett sitzt auf der großen Bühne an einem schlichten Tisch mit schwarzer Tischdecke. Blaues Jackett, weißes Hemd, rote Krawatte mit weißen Punkten. Vor ihm stehen eine Dose Cherry Coke und eine Packung Nuss-Karamell – Grundnahrung für den langen Tag.
Buffett redet mit kräftiger, aber leicht heiserer Stimme. Die rund 30.000 angereisten Aktionäre horchen gebannt, welche Botschaften der 93-Jährige dieses Mal zur Hauptversammlung mitgebracht hat. Inzwischen ist Buffett sogar 94, wirkt für sein Alter erstaunlich wach und agil – trotz Coke und Cakes.
Eigentlich scheint alles wie immer an jenem Samstag Anfang Mai. Und doch trügt dieser Eindruck: Denn es ist das erste Mal seit 1978, dass zu Buffetts Linken nicht sein langjähriger Geschäftspartner und Freund Charlie Munger sitzt. Er verstarb im November, kurz vor seinem 100. Geburtstag.
Jahrzehntelang waren die beiden ein unschlagbares Duo: Sie verstanden sich blind, Buffett würdigte ihn gar als den wahren „Architekten von Berkshire Hathaway“. Sie machten Witze auf der Bühne, lästerten über Kryptowährungen und andere schnelllebige Investment-Hypes und teilten ihre Lebenserfahrung mit ihren Aktionären.
Diese Hypes kamen und gingen – einer war immer da: Warren Buffett. Jetzt ist er allein, ohne Munger also. Allein das ist eine Zäsur. Und auch die Tatsache, dass Buffett bei dieser denkwürdigen Hauptversammlung seine designierten Nachfolger, Greg Abel und Ajit Jain, in den Vordergrund stellte, ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass man sich eine Zeit von Berkshire ohne Buffett vorstellen muss.