Geldanlage: Der starke Yen ist für japanische Aktien nicht nur ein Risiko
Tokio. Rasche Erholungen nach einem Aktienmarktcrash können trügerisch sein. Das fürchten internationale Anleger derzeit vor allem in Japan, ihrem bisherigen Lieblingsziel. Anfang August hatte der Leitindex Nikkei-225 in einem historischen Crash in zwei Tagen etwa 20 Prozent seines Wertes verloren. Nun hat er mehr als die Hälfte seiner Verluste wieder gut gemacht. Mit Schlusskurs vom heutigen Freitag liegt der Nikkei nur noch rund zehn Prozent unter seinem Rekord vom 10. Juli.
Doch die positive Performance könnte von kurzer Dauer sein, warnen Experten. Grund dafür ist der Anstieg der lokalen Währung Yen seit Ende Juli. Weil japanische Unternehmen einen Großteil ihrer Geschäfte im Ausland tätigen, drückt der starke Umrechnungskurs etwa zum Dollar ihre Gewinne. Diese Auswirkung ist so stark, dass sie sogar die jüngsten Börsenkorrekturen in den USA und Europa mitverursachte.
Für Investoren ist es daher von großer Bedeutung, wie es mit dem Yen weitergeht. Zudem gehört ihre bisherige Anlagestrategie auf den Prüfstand. Im Fokus sollten nicht länger die Exportkonzerne stehen, sondern Unternehmen, die von einer Yen-Stärke profitieren. Und davon gibt es einige.